Warum stretcht meine Cannabispflanze nach der Umstellung nicht?
Nach der Umstellung einer photoperiodischen Cannabispflanze auf 12/12 erwarten viele Grower einen deutlichen Wachstumsschub. Je nach Genetik verlängert sich die Pflanze während der ersten Blütephase um 50, 100, 200 Prozent oder sogar darüber hinaus.
Bleibt dieser Stretch vollständig aus oder fällt er wesentlich geringer aus als vom Breeder, vom jeweiligen Klon oder aus früheren Durchgängen bekannt, sollte das nicht einfach als kompakter Phänotyp abgetan werden.
In der Praxis liegt die Ursache meistens nicht bei einem geheimnisvollen Blüteproblem. Sehr häufig befindet sie sich direkt unter der Substratoberfläche:
Die Wurzelzone war beim Flip nicht gesund, nicht ausreichend entwickelt oder bereits zu feucht.
Wird nach der Umstellung zusätzlich mehr gegossen, obwohl die Pflanze noch gar nicht mehr Wasser verbraucht, kann die Wurzelaktivität weiter einbrechen. Die Pflanze erhält zwar das photoperiodische Signal zur Blüte, kann den genetisch vorgesehenen Wachstumsschub aber nicht umsetzen.
Die meisten Pflanzen werden nicht zu trocken, sondern zu nass geführt. Viele Grower erwarten sofort mehr Wasserverbrauch, erhöhen die Gießmenge und gießen damit den Stretch regelrecht tot. Wenn die Wurzelzone schon vor der Umstellung nicht gesund war, kann die Pflanze den genetisch vorgesehenen Stretch nicht abrufen.
Tobi von CannaSelection
Die wichtigste Antwort vorab
Wenn eine Cannabispflanze nach der Umstellung nicht stretcht, sind aus unserer Erfahrung vor allem diese Ursachen relevant:
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Die Wurzelzone ist zu nass oder wurde bereits vor dem Flip dauerhaft zu feucht geführt.
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Das Wurzelsystem hat den Topf oder das Living-Soil-Beet noch nicht ausreichend erschlossen.
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Die Pflanze wurde in einem geschwächten Zustand auf 12/12 umgestellt.
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Direkt nach dem Flip wurde die Wassermenge erhöht.
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Es bestehen Wurzelschäden, Sauerstoffmangel oder eine beginnende Wurzelkrankheit.
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Die Pflanze war ontogenetisch oder physiologisch noch nicht bereit für die Blüte.
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Die Photoperiode wird durch Timerfehler oder Licht während der Dunkelphase gestört.
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Die konkrete Genetik weicht von den Angaben oder bisherigen Erfahrungen ab.
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Weitere Stressfaktoren wie Salzstress, hohe Lichtintensität, ungünstiges Klima oder HLVd begrenzen das Wachstum.
Nicht jeder geringe Stretch ist automatisch ein Problem. Hat sich dieselbe Genetik bei anderen Growern oder in früheren Durchgängen jedoch zuverlässig um 100 bis 200 Prozent verlängert und bleibt nun nahezu statisch, muss die Ursache gesucht werden.
Was ist der Cannabis-Stretch?
Als Stretch wird die beschleunigte Längenentwicklung zu Beginn der generativen Phase bezeichnet. Die Pflanze bildet dabei nicht einfach nur neue Blätter oder Blütenansätze. Haupttrieb, Seitentriebe und vor allem die jungen Internodien verlängern sich innerhalb kurzer Zeit deutlich.
Ein echter Stretch zeigt sich durch:
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eine schnelle Zunahme der Pflanzenhöhe,
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eine deutliche Verlängerung aktiver Seitentriebe,
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größere Abstände zwischen neu entwickelten Nodien,
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einen schnellen Aufbau der späteren Blütenstruktur,
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eine klar messbare Veränderung innerhalb weniger Tage.
Die bloße Bildung neuer Nodien ist noch kein Stretch. Auch ein Seitentrieb, der langsam einige Zentimeter weiterwächst, zeigt nicht automatisch die typische Streckungsreaktion nach dem Flip.
Ein echter Stretch ist ein zeitlich begrenztes Entwicklungsfenster, in dem die Pflanze ihre Sprossachsen deutlich schneller verlängert als zuvor.
In einer kontrollierten Untersuchung begann die schnelle Verlängerung der Internodien und des Hauptstamms ungefähr am fünften Tag nach Beginn der Kurztagbehandlung. Die stärkste Streckungsphase lag bei dem untersuchten Cultivar zwischen Tag fünf und Tag zehn. Danach endete die Verlängerung neu angelegter Internodien zunehmend und die kompaktere Blütenstruktur entwickelte sich.
Wie viel Stretch ist normal?
Es gibt keinen allgemeingültigen Stretchwert für alle Cannabispflanzen. Die mögliche Längenentwicklung wird maßgeblich von der Genetik bestimmt.
Je nach Cultivar können Pflanzen:
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nur 20 bis 50 Prozent an Höhe gewinnen,
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ihre Höhe ungefähr verdoppeln,
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sich um 150 bis 200 Prozent verlängern,
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bei stark stretchenden Linien noch deutlich darüber hinauswachsen.
Entscheidend ist deshalb nicht irgendein allgemeiner Internetwert. Entscheidend ist die Erwartung an die konkrete Genetik.
Eine Pflanze, deren Breeder einen Stretch von 100 bis 200 Prozent beschreibt, sollte nicht automatisch als normal kompakt bezeichnet werden, wenn sie nach dem Flip nur zehn oder zwanzig Prozent zulegt. Das gilt besonders dann, wenn andere Pflanzen derselben Linie oder derselbe Klon unter vergleichbaren Bedingungen deutlich stärker stretchen.
Breederangaben bleiben zwar Erfahrungswerte und keine präzisen Garantien. Sie bieten gemeinsam mit Vergleichsgrows, Klonerfahrungen und früheren Durchgängen aber einen wichtigen Referenzbereich.
Wann beginnt der Stretch nach der Umstellung auf 12/12?
Die photoperiodische Reaktion beginnt nicht erst dann, wenn bereits deutliche Blüten zu sehen sind. Die Pflanze muss zunächst mehrere aufeinanderfolgende Kurztage wahrnehmen und die entsprechenden Entwicklungsprozesse einleiten.
In einer Studie waren mindestens drei aufeinanderfolgende Kurztage notwendig, um die Entwicklung der typischen Infloreszenzstruktur einzuleiten. Die schnelle Internodienstreckung begann anschließend ungefähr ab Tag fünf und konzentrierte sich auf die darauffolgenden Tage.
Daraus ergibt sich für die Praxis:
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In den ersten drei Tagen muss noch kein massiver Höhenzuwachs sichtbar sein.
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Ab ungefähr Tag vier oder fünf sollte bei einer gesunden, stretchenden Genetik eine Veränderung erkennbar werden.
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Zwischen Tag fünf und zehn sollte sich die Streckung klar messen lassen.
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Die Entwicklung sichtbarer Blütenmerkmale kann je nach Genetik etwas später erfolgen.
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Bleiben Wachstum, Internodienstreckung und Veränderung der Triebspitzen vollständig aus, sollte die Pflanze kontrolliert werden.
Nicht jede Pflanze muss an Tag fünf bereits sichtbare Blütenstände besitzen. Verschiedene Untersuchungen zeigen erhebliche cultivarabhängige Unterschiede bei der Geschwindigkeit der Blüteeinleitung. Unter 12 Stunden Licht reagierten einige getestete Genetiken schneller, andere benötigten deutlich länger bis zur klar sichtbaren Blütenentwicklung.
Trotzdem ist Tag vier bis zehn ein entscheidendes Beobachtungsfenster. Eine vitale Pflanze sollte in dieser Zeit nicht vollständig statisch bleiben.
Der häufigste Grund für fehlenden Stretch: Probleme in der Wurzelzone
Der Stretch wird oberirdisch sichtbar, seine Versorgung beginnt jedoch unterirdisch.
Für die schnelle Verlängerung von Haupttrieb, Seitentrieben und Internodien benötigt die Pflanze:
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ein aktives Feinwurzelsystem,
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ausreichende Sauerstoffversorgung in der Wurzelzone,
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funktionierende Wasseraufnahme,
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funktionierenden Nährstofftransport,
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stabile Photosynthese,
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genügend Energie und Kohlenhydrate,
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eine störungsfreie hormonelle Kommunikation zwischen Wurzel und Spross.
Ist das Wurzelsystem geschädigt oder nur schwach entwickelt, fehlt der Pflanze die notwendige Versorgungskapazität für den Wachstumsschub.
Sie kann das Signal zur generativen Entwicklung zwar wahrnehmen. Das bedeutet aber nicht, dass sie den vorgesehenen Stretch physiologisch umsetzen kann.
Der Flip ist nur das Signal
Die Umstellung auf 12/12 ist kein Startknopf, der unabhängig vom Pflanzenzustand einen Stretch erzeugt.
Sie gibt der Pflanze lediglich das photoperiodische Signal, ihre Entwicklung umzustellen. Ob sie anschließend kräftig stretcht, hängt davon ab, ob ihre Wurzeln, Blätter und Stoffwechselprozesse dazu in der Lage sind.
Eine geschwächte Pflanze wird durch den Flip nicht plötzlich gesund. Sie nimmt ihren bestehenden Zustand mit in die Blüte.
Der Flip erzeugt keine Vitalität. Er zeigt, ob die Pflanze vor dem Flip bereits vital genug war.
Überwässerung kann den Stretch regelrecht abwürgen
Überwässerung bedeutet nicht einfach, dass bei einem einzelnen Gießvorgang eine große Wassermenge gegeben wurde.
Eine Pflanze ist überwässert, wenn ihre Wurzelzone über einen zu langen Zeitraum so nass bleibt, dass der luftgefüllte Porenraum und damit die Sauerstoffversorgung der Wurzeln eingeschränkt werden.
Wurzeln benötigen Sauerstoff für ihre Zellatmung. Wird Luft im Porenraum dauerhaft durch Wasser verdrängt, sinkt die Energieproduktion in den Wurzelzellen. Wasser- und Nährstoffaufnahme können dadurch abnehmen, obwohl im Substrat mehr als genug Wasser und Nährstoffe vorhanden sind.
Cannabis reagiert nachweislich empfindlich auf längere Vernässungsphasen. Untersuchungen zeigen Beeinträchtigungen des Wachstums, der Wurzellänge, der Photosyntheseleistung und weiterer physiologischer Parameter. Die Intensität der Schäden hängt von Dauer, Entwicklungsstadium und Genetik ab.
Für den Stretch entsteht dadurch ein Widerspruch:
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Die Pflanze soll innerhalb kurzer Zeit viel neues Gewebe aufbauen.
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Gleichzeitig kann die Wurzelzone nicht genügend Sauerstoff aufnehmen.
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Die Wurzelaktivität sinkt.
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Die Wasser- und Nährstoffaufnahme wird eingeschränkt.
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Der oberirdische Wachstumsschub bleibt aus oder fällt wesentlich schwächer aus.
Warum Grower ausgerechnet nach dem Flip zu viel gießen
Viele Grower haben große Angst vor dem erwarteten Stretch. Sie wissen, dass die Pflanze bald stark wachsen soll und gehen davon aus, dass sie unmittelbar nach der Umstellung deutlich mehr Wasser benötigt.
Deshalb wird häufig bereits am ersten oder zweiten Tag nach dem Flip:
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die Wassermenge erhöht,
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das Gießintervall verkürzt,
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das gesamte Living-Soil-Beet vollständig gesättigt,
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vorsorglich erneut gegossen, obwohl das Substrat noch ausreichend feucht ist.
Genau das ist häufig der kritische Fehler.
Der Wasserverbrauch steigt nicht automatisch in dem Moment, in dem die Zeitschaltuhr auf 12/12 umgestellt wird. Die Pflanze muss den Stretch erst beginnen und zusätzliche Blatt- und Sprossmasse aufbauen.
Gleichzeitig sinkt bei unveränderter Lichtintensität der tägliche Lichteintrag um ein Drittel, wenn die Beleuchtungsdauer von 18 auf zwölf Stunden reduziert wird. Lichtmenge und Wasserverbrauch stehen bei Cannabis in einem engen Zusammenhang. In einer kontrollierten Untersuchung stieg die Evapotranspiration mit zunehmender Lichtmenge deutlich an.
Wird die Photoperiode verkürzt, ohne dass die Lichtintensität entsprechend angepasst wird, kann der tägliche Wasserumsatz deshalb zunächst gleich bleiben oder sogar sinken. Wird gleichzeitig mehr gegossen, bleibt die Wurzelzone länger nass.
Das gilt besonders bei Pflanzen, die bereits vor dem Flip:
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zu feucht standen,
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nur einen Teil des Topfes durchwurzelt hatten,
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frisch transplantiert wurden,
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stark entlaubt oder getoppt wurden,
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ein schwaches Wurzelsystem besaßen,
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wenig Blattmasse und geringe Transpiration zeigten.
Das typische Problem im Living-Soil-Beet
Living-Soil-Beete besitzen ein großes Substratvolumen und können erhebliche Wassermengen speichern. Das ist grundsätzlich ein Vorteil. Dieser Vorteil wird jedoch zum Problem, wenn die aktive Wurzelmasse noch nicht zur Größe des Beetes passt.
Ein Beet kann theoretisch viel Wasser aufnehmen. Die Pflanze kann dieses Wasser aber nur über den Bereich umsetzen, den sie mit aktiven Wurzeln erschlossen hat.
Wird ein großes Beet bei einer kleinen oder noch nicht vollständig etablierten Pflanze immer wieder flächendeckend stark bewässert, entstehen Bereiche, die über lange Zeit sehr feucht bleiben.
Der typische Ablauf sieht so aus:
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Die Pflanze wird aus Platzangst früh auf 12/12 umgestellt.
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Das Wurzelsystem hat das Beet noch nicht ausreichend erschlossen.
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Der Grower erwartet einen starken Stretch.
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Vorsorglich wird mehr oder häufiger gegossen.
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Der Wasserverbrauch steigt jedoch noch nicht.
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Die Wurzelzone bleibt dauerhaft zu feucht.
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Die Sauerstoffversorgung und Wurzelaktivität sinken.
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Der erwartete Stretch bleibt aus.
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Der Grower interpretiert die Stagnation als Mangel.
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Es werden weitere Nährstoffe, Booster oder zusätzliche Wassergaben eingesetzt.
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Die Situation verschlechtert sich weiter.
Das ist der klassische Fall, in dem der Stretch totgegossen wird.
Warum eine Pflanze vor dem Flip gesund sein muss
Eine Pflanze sollte nicht auf 12/12 umgestellt werden, nur weil sie eine bestimmte Größe erreicht hat oder weil der Platz knapp wird.
Sie sollte umgestellt werden, wenn sie physiologisch bereit ist.
Vor dem Flip sollte die Pflanze:
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kontinuierlich neue Triebe und Nodien bilden,
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einen stabilen Wasserverbrauch zeigen,
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nach dem Gießen in einem plausiblen Zeitraum wieder abtrocknen,
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keine dauerhaft hängenden Blätter zeigen,
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keine akuten Mangel- oder Überschusssymptome besitzen,
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eine Transplantation vollständig verarbeitet haben,
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nach Topping oder starkem Training wieder aktiv wachsen,
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über ein ausreichend entwickeltes Wurzelsystem verfügen.
Eine Pflanze, die vor dem Flip bereits mehrere Tage stagniert, wird durch die Umstellung nicht plötzlich anfangen, gesund zu stretchen.
Zu früh umgestellt: Wenn das Wurzelsystem noch nicht bereit ist
Einer der häufigsten Fehler ist ein zu früher Flip.
Dabei können zwei unterschiedliche Formen fehlender Reife vorliegen.
1. Das Wurzelsystem ist noch nicht ausreichend entwickelt
Eine Pflanze kann oberirdisch groß genug aussehen, obwohl ihr Wurzelsystem den Topf oder das Beet noch nicht ausreichend erschlossen hat.
Das passiert beispielsweise:
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kurz nach dem Umtopfen,
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bei sehr großen Endtöpfen,
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in großen Living-Soil-Beeten,
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bei schwach bewurzelten Stecklingen,
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nach längeren Überwässerungsphasen,
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nach Wurzelschäden,
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bei niedrigen Substrattemperaturen.
Besonders Stecklinge können genetisch bereits adult sein, aber trotzdem ein zu kleines oder zu schwaches neu gebildetes Wurzelsystem besitzen.
2. Eine Pflanze aus Samen ist noch nicht reproduktiv reif
Cannabispflanzen aus Samen durchlaufen zunächst eine juvenile Entwicklungsphase. Erst später erreichen sie die adulte reproduktive Phase.
In einer wissenschaftlichen Untersuchung zeigte sich der Übergang bei dem getesteten Cultivar unter anderem durch die Entwicklung einzelner Blüten am siebten Nodium. Gleichzeitig veränderte sich die Aktivität zahlreicher Gene, die an Phasenwechsel und Blütenentwicklung beteiligt sind. Die konkrete Nodiumzahl ist nicht auf jede Genetik übertragbar. Die Studie bestätigt jedoch, dass die reproduktive Reife einen internen Entwicklungsprozess darstellt und nicht allein von der Zeitschaltuhr bestimmt wird.
Vorblüten sind deshalb ein wertvoller Hinweis darauf, dass eine Pflanze aus Samen die adulte Phase erreicht hat.
Fehlen Vorblüten, eine stabile Wachstumsdynamik und ein kräftiges Wurzelsystem, kann die Umstellung zu früh erfolgen.
Das bedeutet nicht, dass jede Pflanze ohne sichtbare Vorblüten zwangsläufig nicht blühen oder stretchen kann. Es erhöht jedoch das Risiko, dass eine noch nicht ausreichend etablierte Pflanze nur verzögert oder schwach reagiert.
Root Rot: Wenn aus zu hoher Feuchtigkeit eine Wurzelkrankheit wird
Überwässerung und Root Rot sind nicht dasselbe.
Eine zu nasse Wurzelzone kann die Pflanzenentwicklung bereits durch Sauerstoffmangel begrenzen, ohne dass ein Pathogen beteiligt sein muss. Root Rot beschreibt dagegen eine Schädigung des Wurzelgewebes, an der häufig krankheitserregende Organismen beteiligt sind.
Bei Cannabis wurden unter anderem Pythium- und Fusarium-Arten als Verursacher von Wurzelkrankheiten nachgewiesen. Dokumentierte Symptome sind:
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Wurzelbräunung,
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verringerte Wurzelmasse,
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Wachstumshemmung,
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Chlorosen,
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Welke,
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Wurzel- und Kronenfäule,
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Absterben der Pflanze.
Nasse Bedingungen und längere Sättigungsphasen können die Entwicklung bestimmter Pythium-Erkrankungen begünstigen.
Hinweise auf eine geschädigte Wurzelzone
Der fehlende Stretch allein beweist keinen Root Rot. Mehrere Symptome zusammen machen eine Wurzelkontrolle jedoch notwendig:
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Das Substrat bleibt wesentlich länger nass als zuvor.
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Der Wasserverbrauch sinkt trotz zunehmender Pflanzengröße.
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Die Pflanze hängt, obwohl ausreichend Wasser vorhanden ist.
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Blätter vergilben oder zeigen diffuse Mängel.
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Neue Triebe bleiben klein und kraftlos.
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Wurzeln sind braun, weich oder lösen sich leicht ab.
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Es fehlt an hellen, frischen Feinwurzelspitzen.
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Die Wurzelzone riecht unangenehm oder faulig.
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Die Pflanze erholt sich auch nach einer Gießpause nicht.
Genetik: Nicht jede Pflanze stretcht gleich stark
Die Genetik bestimmt das grundsätzliche Stretchpotenzial. Deshalb ist ein geringer Stretch nicht automatisch krankhaft.
Problematisch wird es, wenn der reale Stretch deutlich von der bekannten Erwartung abweicht.
Die entscheidenden Vergleichswerte sind:
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Angaben des Breeders,
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dokumentierte Grows derselben Linie,
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andere Pflanzen aus derselben Samenpackung,
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derselbe Klon in früheren Durchgängen,
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derselbe Klon bei anderen Growern.
Kommerzielle Sortennamen garantieren allerdings keine vollständige genetische Einheitlichkeit. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Genetiken mit demselben Namen aus unterschiedlichen Quellen unterschiedlich auf Photoperiode und Umwelt reagieren können. Bereits Veränderungen der Tageslänge um wenige Minuten beeinflussten bei manchen untersuchten Cultivaren die Geschwindigkeit der Blüteeinleitung.
Werden moderne Genetiken empfindlicher?
CannaSelection und MicroBio+ beobachten seit ungefähr zwei Jahren häufiger Pflanzen, die:
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schwächer bewurzeln,
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empfindlicher auf zu hohe Feuchtigkeit reagieren,
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nach Stress langsamer zurückkommen,
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nicht den erwarteten Stretch zeigen,
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innerhalb einer Linie stärker variieren.
Diese Beobachtung deckt sich mit zahlreichen Kundengrows und öffentlich dokumentierten Grows. Sie ist für die Praxis relevant.
Wissenschaftlich ist jedoch nicht belegt, dass der gesamte Saatgutmarkt innerhalb der letzten zwei Jahre pauschal genetisch instabiler geworden ist.
Belastbar belegt sind dagegen deutliche genetische Unterschiede bei:
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Photoperiodenreaktion,
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Blütezeitpunkt,
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Pflanzenhöhe,
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Wasserstressreaktion,
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Krankheitsanfälligkeit,
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Internodienentwicklung.
Die fachlich korrekte Einordnung lautet deshalb:
Wir beobachten bei CannaSelection und MicroBio+ zunehmend empfindliche und inkonsistente Pflanzen. Daraus lässt sich jedoch noch keine wissenschaftlich belegte Aussage über sämtliche modernen Genetiken ableiten.
Weitere Ursachen für einen zu schwachen oder fehlenden Stretch
Die Wurzelzone ist nach unserer Erfahrung die häufigste Ursache. Trotzdem sollten weitere Faktoren systematisch geprüft werden.
Fehlerhafte Photoperiode
Wenn weder Stretch noch Blütenentwicklung einsetzen, muss die tatsächliche Dunkelphase überprüft werden.
Mögliche Ursachen sind:
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falsch programmierte Zeitschaltuhren,
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Stromausfälle oder Steuerungsfehler,
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Lichtquellen während der Dunkelphase,
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undichte Growräume,
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Displays, Kontrollleuchten oder Licht aus Nebenräumen,
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versehentlich verlängerte Beleuchtungszeiten.
Cannabis zeigt erhebliche genetische Unterschiede bei der Photoperiodenreaktion. In einer Untersuchung konnte bereits eine Veränderung der Tageslänge um 15 Minuten die Blüteeinleitung bestimmter Cultivare deutlich verzögern.
Unter sauberem 12/12 sollte eine reife photoperiodische Pflanze grundsätzlich ein starkes Blütesignal erhalten. Bleibt jede Reaktion aus, muss die reale Dunkelphase kontrolliert werden und nicht nur die Einstellung auf dem Timer.
Zu hohe Lichtintensität
Lichtintensität beeinflusst die Internodienlänge. In einer Studie mit dem Cultivar Gelato wurden die Internodien mit steigender Lichtintensität kürzer. Hohe Intensitäten erzeugten kompaktere Pflanzen, während niedrigere Intensitäten eine offenere Architektur begünstigten.
Ein gesundes, kompaktes Wachstum unter hoher Lichtintensität muss jedoch von einer echten Stagnation unterschieden werden.
Hohe Lichtintensität kann kürzere Internodien verursachen. Sie erklärt aber nicht automatisch:
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sinkenden Wasserverbrauch,
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dauerhaft hängende Blätter,
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nasses Substrat,
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schwache Wurzeln,
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fehlende Blütenentwicklung,
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vollständiges Ausbleiben jeglicher Wachstumsdynamik.
Ungeeignetes Klima
Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflussen Transpiration und Wasserverbrauch.
Kritisch sind insbesondere:
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eine kalte Wurzelzone,
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hohe Luftfeuchtigkeit bei geringer Transpiration,
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sehr niedriger Verdunstungsdruck,
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starke Temperaturabfälle während der Dunkelphase,
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dauerhaft zu hohe Blatttemperaturen,
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stark schwankende Bedingungen.
Gerade bei hoher Luftfeuchtigkeit kann eine Pflanze weniger Wasser über die Blätter abgeben. Wird die Bewässerung nicht entsprechend angepasst, bleibt die Wurzelzone länger feucht.
Salzstress und Überdüngung
Eine überhöhte Salzkonzentration kann die Wasseraufnahme der Wurzeln einschränken. Die Pflanze steht dann in einem feuchten Substrat und kann trotzdem nur eingeschränkt Wasser aufnehmen.
Typische Begleiterscheinungen sind:
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sehr dunkles Laub,
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nach unten gekrümmte Blattspitzen,
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verbrannte Blattspitzen,
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ungewöhnlich starre Blätter,
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verlangsamtes Wachstum,
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kurze Neutriebe.
Ein fehlender Stretch sollte deshalb nicht reflexartig mit mehr Blütedünger beantwortet werden.
Starker Stress direkt vor dem Flip
Mehrere Stressfaktoren unmittelbar vor der Umstellung können sich addieren:
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Umtopfen,
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starkes Topping,
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massive Entlaubung,
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Wurzelschäden,
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Schädlingsdruck,
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extreme Klimaänderungen,
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Wechsel der Lichtintensität,
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hohe Bewässerung,
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Veränderungen an mehreren Nährstoffparametern.
Eine gesunde Pflanze kann einzelne Eingriffe verarbeiten. Werden mehrere starke Veränderungen gleichzeitig vorgenommen, kann der Stretch deutlich beeinträchtigt werden.
Hop Latent Viroid
Bei wiederholt gestauchten Pflanzen, schwacher Wurzelentwicklung und auffällig kleinen Blütenständen sollte auch Hop Latent Viroid, kurz HLVd, als Differenzialdiagnose berücksichtigt werden.
HLVd kann in zunächst unauffälligen Mutterpflanzen und Stecklingen vorhanden sein. Beschriebene Symptome umfassen unter anderem reduzierte Wurzelentwicklung, Stauchung und eine schwache Infloreszenzentwicklung. Das Viroid kann sich über Pflanzenmaterial, Werkzeuge, Pflanzensaft und unter bestimmten Bedingungen über die Wurzelzone verbreiten. Eine sichere Diagnose ist nur durch einen geeigneten Labortest möglich.
HLVd ist nicht die erste Erklärung für jede übergossene Pflanze. Es sollte jedoch geprüft werden, wenn ganze Klonlinien oder mehrere Pflanzen derselben Herkunft dauerhaft schwach wachsen und trotz korrigierter Bedingungen keine normale Leistung zeigen.
So erkennst du, ob wirklich kein Stretch stattfindet
Der Stretch sollte gemessen und nicht nur subjektiv beurteilt werden.
Am Tag der Umstellung sollten dokumentiert werden:
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Gesamthöhe der Pflanze,
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Höhe des Haupttriebs,
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Länge mehrerer aktiver Seitentriebe,
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Abstand der obersten jungen Internodien,
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Wasserverbrauch,
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Substratfeuchtigkeit,
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Blattstellung,
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Zustand der Triebspitzen.
Die Messung sollte ungefähr an Tag drei, fünf, sieben und zehn wiederholt werden.
Gesunde Stretchreaktion
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Haupttrieb und Seitentriebe verlängern sich deutlich.
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Junge Internodien werden länger.
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Der Wasserverbrauch nimmt passend zum Wachstum zu.
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Die Triebspitzen bleiben vital und entwickeln sich weiter.
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Das Substrat trocknet in einem nachvollziehbaren Rhythmus ab.
Verdächtig schwache Reaktion
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Die Pflanze legt nur wenige Prozent an Länge zu.
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Neue Internodien bleiben extrem kurz.
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Seitentriebe verändern sich kaum.
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Das Substrat trocknet langsamer als vor dem Flip.
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Der Wasserverbrauch stagniert oder sinkt.
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Die Blätter hängen trotz feuchter Wurzelzone.
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Die Triebspitzen wirken klein oder kraftlos.
Wahrscheinliche Wurzelstagnation
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Nahezu keine Längenentwicklung bis Tag sieben bis zehn.
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Keine erkennbare Dynamik in den Triebspitzen.
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Keine deutliche Zunahme des Wasserverbrauchs.
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Dauerhaft hohe Substratfeuchtigkeit.
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Zusätzliche Blatt- oder Wurzelsymptome.
Diagnosematrix bei fehlendem Stretch
| Beobachtung | Wahrscheinliche Ursache | Zuerst prüfen |
|---|---|---|
| Substrat bleibt ungewöhnlich lange nass | Überwässerung oder geringe aktive Wurzelmasse | Feuchtigkeitsverlauf und Gießhistorie |
| Wasserverbrauch sinkt nach dem Flip | Wurzelstress, geringerer Lichtumsatz oder hohe Luftfeuchtigkeit | Wurzelzone, Klima und Lichtmenge |
| Pflanze hängt bei feuchtem Substrat | Sauerstoffmangel oder Wurzelschaden | Wurzelzustand und Sättigungsdauer |
| Kein Stretch kurz nach dem Umtopfen | Wurzelsystem noch nicht etabliert | Zeitpunkt der Transplantation |
| Sämling ohne Vorblüte und geringe Wachstumsdynamik | Möglicherweise zu früher Flip | Pflanzenreife und Nodienentwicklung |
| Keine Blütenreaktion, Pflanze sonst vital | Photoperiodenfehler möglich | Timer und Dunkelphase |
| Dunkles Laub und verbrannte Spitzen | Salzstress oder Überversorgung | Düngung, EC und Gesamtbild |
| Mehrere Klone derselben Linie bleiben gestaucht | Ausgangsmaterial, Pathogen oder HLVd | Mutterpflanze und Labortest |
| Gesunde Pflanze stretcht moderat, Blüte entwickelt sich normal | Genetisch geringerer Stretch möglich | Vergleich mit derselben Genetik |
| Bekannter stark stretchender Klon bleibt nahezu statisch | Physiologisches Problem wahrscheinlich | Wurzelzone zuerst kontrollieren |
Was tun, wenn die Pflanze nicht stretcht?
Bei einem fehlenden Stretch sollte nicht hektisch versucht werden, die Pflanze künstlich in die Länge zu zwingen.
Die erste Maßnahme ist eine saubere Diagnose.
1. Bewässerung sofort hinterfragen
Prüfe:
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Wann wurde zuletzt gegossen?
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Wie schnell trocknete das Substrat vor dem Flip?
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Wie schnell trocknet es jetzt?
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Wurde die Wassermenge nach der Umstellung erhöht?
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Ist das gesamte Beet gleichmäßig durchwurzelt?
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Wird nach Kalender oder nach tatsächlichem Verbrauch gegossen?
Ist das Substrat noch deutlich feucht, sollte nicht erneut gegossen werden, nur weil der Stretch erwartet wird.
2. Wurzelzone kontrollieren
Je nach System können geprüft werden:
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sichtbare Wurzeln am Topfrand oder Topfboden,
-
Geruch der Wurzelzone,
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Farbe und Festigkeit erreichbarer Wurzeln,
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Temperatur des Substrats,
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Feuchtigkeit in verschiedenen Tiefen,
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Unterschiede zwischen Rand, Mitte und direktem Wurzelbereich.
In großen Living-Soil-Beeten reicht eine trockene Oberfläche nicht als Beweis dafür, dass das Beet im Inneren trocken ist.
3. Photoperiode kontrollieren
Kontrolliere den kompletten Zyklus mindestens über 24 Stunden:
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tatsächliche Einschaltzeit,
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tatsächliche Ausschaltzeit,
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Lichtquellen in der Dunkelphase,
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Einstellungen nach Stromausfällen,
-
Steuergeräte und Dimmer,
-
Beleuchtung aus angrenzenden Räumen.
4. Weitere Inputs stoppen
Bei einer nassen, stagnierenden Wurzelzone sind zusätzliche Flüssigdünger, Tees, Booster oder mikrobielle Produkte nicht automatisch hilfreich.
Auch MicroBio+ kann nur in einer funktionierenden Wurzelzone sinnvoll arbeiten. MicroBio+ ersetzt keinen luftgefüllten Porenraum, repariert keine zerstörten Wurzeln und ist keine Behandlung für diagnostizierten Root Rot oder HLVd.
Mehr Biologie kann eine physikalisch übernässte Wurzelzone nicht belüften.
5. Nicht mehrere Parameter gleichzeitig verändern
Wer gleichzeitig:
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weniger gießt,
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die Lampe dimmt,
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die Temperatur verändert,
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den Dünger austauscht,
-
zusätzliche Mikroorganismen einsetzt,
-
stark entlaubt,
kann später nicht mehr feststellen, welcher Faktor tatsächlich ursächlich war.
Zuerst muss der offensichtlichste Engpass beseitigt werden. Bei dauerhaft nassem Substrat ist das die Bewässerung und nicht der Blütedünger.
Kann die Pflanze den Stretch später nachholen?
Das hängt davon ab, wie früh das Problem erkannt wird und wie stark die Pflanze geschädigt ist.
Wird eine leichte Überwässerung unmittelbar nach dem Flip korrigiert und bleibt das Wurzelsystem weitgehend intakt, kann die Pflanze noch in die Streckungsphase einsteigen.
Bei schwerem oder länger anhaltendem Wurzelstress kann der Stretch jedoch deutlich reduziert bleiben. Das Entwicklungsfenster ist zeitlich begrenzt. Bereits entwickelte Internodien holen eine ausgebliebene Streckung nicht zwangsläufig vollständig nach.
Die Pflanze kann sich später stabilisieren und trotzdem:
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kleiner bleiben,
-
weniger Blütenmasse aufbauen,
-
eine geringere Lichtausnutzung besitzen,
-
kleinere oder weniger ausgeprägte Blütenstände entwickeln.
Deshalb ist die Vorbereitung vor dem Flip wesentlich wirksamer als eine spätere Korrektur.
Der richtige Zeitpunkt für die Blüteumstellung
Die Umstellung sollte nicht allein nach Pflanzenhöhe oder Kalender erfolgen.
Eine Pflanze ist bereit für den Flip, wenn:
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sie mehrere Tage sichtbar aktiv wächst,
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ihre Wurzelzone einen stabilen Feuchtigkeitszyklus besitzt,
-
der Wasserverbrauch zur Pflanzengröße passt,
-
sie nach dem Gießen zuverlässig abtrocknet,
-
sie keine akuten Stresssymptome zeigt,
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Umtopfen, Topping und Training verarbeitet wurden,
-
das Wurzelsystem ausreichend etabliert ist,
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sie bei einem Sämling erkennbare Merkmale der adulten Phase besitzt.
Wer aus Angst vor dem Stretch zu früh umstellt, erhöht paradoxerweise das Risiko, dass der Stretch ausbleibt.
Nicht umstellen, weil die Pflanze bald zu groß werden könnte. Umstellen, wenn die Pflanze gesund genug ist, den erwarteten Stretch zu tragen.
Richtig gießen nach dem Flip
Nach der Umstellung sollte die Wassermenge nicht vorsorglich erhöht werden.
Die Bewässerung folgt weiterhin dem tatsächlichen Verbrauch.
Das bedeutet:
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Nicht nach Blütetag gießen.
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Nicht aufgrund einer theoretischen Stretch-Erwartung gießen.
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Nicht automatisch das gesamte Beet vollständig sättigen.
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Feuchtigkeit in mehreren Tiefen kontrollieren.
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Wasserverbrauch und Pflanzengröße gemeinsam beobachten.
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Erst erhöhen, wenn der reale Verbrauch ansteigt.
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Bei sinkendem Verbrauch die Ursache prüfen, statt häufiger zu gießen.
In einem gesunden Stretch steigt der Wasserverbrauch häufig mit zunehmender Blatt- und Sprossmasse. Diese Zunahme entsteht aber durch reales Wachstum und nicht durch den Wechsel der Zeitschaltuhr.
Häufige Fragen zum Cannabis-Stretch
Warum stretcht meine Pflanze nach 12/12 nicht?
Die häufigste Ursache in der Praxis von CannaSelection und MicroBio+ ist eine gestresste oder zu nasse Wurzelzone. Weitere mögliche Ursachen sind ein zu früher Flip, ein nicht ausreichend etabliertes Wurzelsystem, Photoperiodenfehler, Genetik, Salzstress, Klima, Wurzelpathogene oder HLVd.
Kann Überwässerung den Stretch verhindern?
Eine dauerhaft zu nasse Wurzelzone kann die Sauerstoffversorgung und Aktivität der Wurzeln stark einschränken. Dadurch fehlen der Pflanze Wassertransport, Nährstoffaufnahme und physiologische Leistung für die schnelle Internodienstreckung. Cannabis reagiert nachweislich empfindlich auf längere Vernässungsphasen.
Sollte ich nach der Umstellung mehr gießen?
Nicht automatisch. Die Wassermenge sollte erst steigen, wenn die Pflanze tatsächlich mehr verbraucht. Bei unveränderter Lichtintensität sinkt durch den Wechsel von 18 auf zwölf Stunden zunächst sogar der tägliche Lichteintrag. Mehr Wasser unmittelbar nach dem Flip kann deshalb zu einer länger nassen Wurzelzone führen.
Wann sollte der Stretch beginnen?
Bei einer kontrollierten Untersuchung begann die schnelle Internodienstreckung ungefähr am fünften Tag nach der Kurztageinleitung und lag hauptsächlich zwischen Tag fünf und zehn. Genetische Unterschiede sind möglich.
Wie lange dauert der Stretch?
Der deutlichste Stretch liegt meistens in der frühen Blütephase. Die exakte Dauer ist genetisch und umweltabhängig. Bei dem wissenschaftlich untersuchten Cultivar konzentrierte sich die schnelle Streckung auf ungefähr fünf Tage, bevor sich die neu entstehenden Internodien zunehmend verkürzten.
Ist kein Stretch immer ein Problem?
Nein. Manche Genetiken bleiben von Natur aus kompakter. Problematisch ist eine deutliche Abweichung von der bekannten Erwartung. Wenn eine normalerweise stark stretchende Genetik nahezu statisch bleibt, sollte die Ursache untersucht werden.
Kann eine Pflanze ohne Vorblüte auf 12/12 umgestellt werden?
Sie kann grundsätzlich auf eine kürzere Photoperiode reagieren. Bei Pflanzen aus Samen sind Vorblüten jedoch ein wertvoller Hinweis auf die erreichte reproduktive Reife. Fehlen gleichzeitig Vorblüten, Wurzeldynamik und aktives Wachstum, kann der Flip verfrüht sein.
Kann man den Stretch nachträglich erzwingen?
Eine gesunde Pflanzenarchitektur kann durch Licht, Temperatur und Spektrum beeinflusst werden. Eine Pflanze mit geschädigter oder übernässter Wurzelzone sollte jedoch nicht künstlich zur Streckung gezwungen werden. Zuerst muss die Ursache der Stagnation behoben werden.
Fazit: Ohne gesunde Wurzelzone kein normaler Stretch
Der Stretch ist keine automatische Reaktion, die allein durch das Umschalten auf 12/12 entsteht.
Die Photoperiode liefert das Signal. Die Wurzelzone muss die physiologische Leistung bereitstellen.
Wenn eine Pflanze den erwarteten Stretch von 100 oder 200 Prozent nicht erreicht, obwohl die Genetik dafür bekannt ist, sollte die Ursache nicht mit angeblich kompakter Pflanzenarchitektur schöngeredet werden.
In der Praxis von CannaSelection und MicroBio+ zeigt sich immer wieder dasselbe Muster:
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Die Pflanze wurde zu früh umgestellt.
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Das Wurzelsystem war noch nicht ausreichend entwickelt.
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Die Wurzelzone war bereits zu feucht.
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Nach dem Flip wurde vorsorglich mehr gegossen.
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Der Wasserverbrauch stieg nicht.
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Die Pflanze stagnierte und der Stretch blieb aus.
Nicht jede betroffene Pflanze besitzt Root Rot. Nicht jede schwache Pflanze ist genetisch instabil. Aber eine dauerhaft nasse, schlecht durchwurzelte oder geschädigte Wurzelzone ist der erste Punkt, der bei fehlendem Stretch geprüft werden sollte.
Die wichtigste Regel lautet:
Gieße nicht den erwarteten Stretch. Gieße den tatsächlichen Verbrauch der Pflanze.
Und noch wichtiger:
Eine Pflanze sollte nicht auf 12/12 umgestellt werden, weil sie theoretisch bereit sein müsste. Sie sollte umgestellt werden, wenn sie sichtbar gesund, aktiv wachsend und ausreichend durchwurzelt ist.
Der Flip ist das Signal.
Die Wurzelzone ist der Motor.
Ohne einen funktionierenden Motor kann die Pflanze ihren genetisch vorgesehenen Stretch nicht abrufen.




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