Cover Crop heißt auf Deutsch Deckfrucht oder Zwischenfrucht. Im Living Soil meinen wir damit meist eine lebende Bodenbedeckung: Klee, Kräuter oder andere Begleitpflanzen wachsen auf der Erde neben der Hauptpflanze. Sie beschatten die Oberfläche, durchwurzeln den Boden und liefern später organisches Material. Dafür brauchen sie selbst Wasser, Licht und Nährstoffe.
Ob diese Bodendecker deinem Grow helfen, hängt deshalb von Platz, Bewässerung und Pflege ab. Hier zeigen wir dir, welche Pflanzen infrage kommen, wie du sie aussäst und wann du sie zurückschneidest. Wenn du neu in das Thema einsteigst, findest du die Grundlagen in Living Soil einfach erklärt.
Was bedeutet Cover Crop im Living Soil?
Eine Cover Crop wird vor allem für den Boden angebaut. Im Ackerbau wachsen solche Pflanzen häufig zwischen zwei Hauptkulturen. Im Living-Soil-Topf oder Beet können sie auch gleichzeitig mit der Hauptpflanze stehen. Für diese dauerhafte Begleitvegetation passt der Begriff lebender Mulch.
Der Unterschied zu einer Mulchschicht aus Stroh oder Schnittgut ist wichtig: Eine lebende Bodenbedeckung wächst weiter und verbraucht Wasser. Abgestorbenes Mulchmaterial tut das nicht. Welche Variante zu deinem Setup passt, behandeln wir ausführlicher im Vergleich von Mulch und Cover Crop.
Was bringen Bodendecker und wo liegen die Grenzen?
Bodenoberfläche schützen und Bodenleben versorgen
Blätter beschatten die Erde und können die Verdunstung an der Oberfläche verringern. Lebende Wurzeln geben organische Verbindungen ab, die Mikroorganismen als Nahrung nutzen. Abgestorbene Wurzeln und geschnittene Pflanzenteile werden später von Bodenorganismen abgebaut. So bleibt organisches Material im System.
Das ist aber keine Garantie für weniger Gießaufwand. Die Begleitpflanzen verdunsten selbst Wasser. Ob der gesamte Topf langsamer oder schneller austrocknet, musst du an deinem Bestand beobachten. Cover Crop ersetzt weder eine luftige Bodenstruktur noch eine passende Bewässerung.
Stickstoffbindung ist kein sofortiger Düngerersatz
Klee und Wicken gehören zu den Leguminosen. Mit passenden Knöllchenbakterien können sie Stickstoff aus der Luft binden. Dieser steckt zunächst überwiegend in ihrer eigenen Biomasse. Erst über Abbau und Nährstoffkreisläufe kann er später auch anderen Pflanzen zugutekommen. Ein paar Kleepflanzen versorgen deine Hauptpflanze deshalb nicht automatisch ausreichend mit Stickstoff.
Konkurrenz im Topf begrenzen
Begleitpflanzen teilen sich Wasser, Nährstoffe und Wurzelraum mit der Hauptpflanze. Hoher Bewuchs kann zusätzlich Licht wegnehmen. Gerade bei wenig Platz, jungen Hauptpflanzen oder schnell austrocknender Erde ist ein dichter Teppich ungünstig. Ziel ist eine kontrollierbare Bodenbedeckung, kein möglichst üppiger zweiter Pflanzenbestand.
Welche Pflanzen eignen sich als Cover Crop?
Wuchsform und Pflegebedarf sind wichtiger als eine möglichst lange Artenliste. In Living-Soil-Mischungen begegnen dir unter anderem diese Pflanzen:
- Weißklee: wächst vergleichsweise niedrig und breitet sich über die Oberfläche aus. Auch ihn musst du bei dichtem Bewuchs im Blick behalten.
- Alexandrinerklee und Sommerwicke: bilden mehr oberirdische Masse. Plane deshalb Platz und rechtzeitigen Rückschnitt ein.
- Buchweizen und Phacelia: ergänzen Mischungen als Nichtleguminosen. Sie können deutlich höher wachsen und gehören im Topf regelmäßig kontrolliert.

Bei einer fertigen Mischung richten sich Saatmenge und Anwendung nach deren Zusammensetzung. Die Angaben zu unserem Saatgut findest du direkt beim Living Soil Cover Crop Mix. Verwende nicht pauschal die Saatmenge einer anderen Mischung.
Cover Crop aussäen: Zeitpunkt und Vorgehen
Du kannst vor dem Einsetzen der Hauptpflanze, gleichzeitig mit ihr oder später auf noch freien Bodenstellen aussäen. Bei einer frühen Aussaat darf der Bodendecker der jungen Hauptpflanze nicht davonwachsen. Unter einem bereits dichten Blätterdach fehlt dagegen häufig das Licht für einen gleichmäßigen Bestand.
- Oberfläche prüfen: Die Erde sollte gleichmäßig feucht und zugänglich sein. Schaffe bei vorhandener Mulchauflage kleine freie Saatstellen, ohne den durchwurzelten Boden tief zu bearbeiten.
- Sparsam verteilen: Halte dich an die Angaben der verwendeten Saatmischung. Lass die unmittelbare Umgebung des Stamms frei.
- Bodenkontakt herstellen: Drücke das Saatgut vorsichtig an. Ob und wie tief es bedeckt wird, richtet sich nach den enthaltenen Arten.
- Sanft anfeuchten: Ein feiner Wasserstrahl verhindert, dass sich die Samen an einer Stelle sammeln. Halte die Saatzone während der Keimung feucht, ohne den ganzen Topf dauerhaft zu vernässen.
- Entwicklung beobachten: Nicht jede Art keimt gleich schnell. Säe deshalb nicht sofort nach, nur weil die Fläche anfangs noch lückig aussieht.
Dichte und Feuchtigkeit kontrollieren
Prüfe beim Gießen nicht nur, ob die Bodendecker frisch aussehen. Unter einem grünen Teppich kann die Feuchtigkeit im Wurzelraum anders verteilt sein. Für die Beurteilung des gesamten Topfs und eine gleichmäßige Wasserversorgung nutzen wir den Leitfaden Living Soil richtig gießen.
Schneide zurück oder lichte aus, wenn der Bewuchs die Hauptpflanze bedrängt, das Gießen erschwert oder der Topf auffällig schnell austrocknet. Bei dichtem, dauerhaft nassem Bewuchs prüfst du zusätzlich die Belüftung und entfernst überschüssiges Schnittgut. Mehr Begleitpflanzen sind nicht automatisch besser.
Cover Crop schneiden und als Mulch nutzen
Beim Chop and Drop schneidest du die oberirdischen Pflanzenteile ab und verteilst geeignetes Schnittgut auf dem Boden. Schneide rechtzeitig, bevor hohe Arten die Hauptpflanze beschatten oder unerwünscht Samen bilden. Ob sie danach wieder austreiben, hängt von Art und Schnitthöhe ab. Ein Rückschnitt beendet die Konkurrenz deshalb nicht zwangsläufig vollständig.

Lege nur eine lockere, dünne Schicht ab und halte den Stamm frei. Überschüssige oder kranke Pflanzenteile gehören nicht als dichter, nasser Haufen auf den Topf. Wurzeln müssen für den Schnitt nicht herausgerissen werden. Wie du die Auflage weiter pflegst, erklären wir im Artikel zur Mulchschicht im Living Soil.
Für uns ist Cover Crop dann sinnvoll, wenn die Bodenbedeckung zur Hauptpflanze und zum verfügbaren Raum passt. Beginne zurückhaltend, beobachte den Wasserbedarf und halte den Bewuchs niedrig genug, dass du Boden und Pflanzen weiterhin gut kontrollieren kannst.
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