Wenn man sich durch Instagram-Kommentare, DMs und Grow-Communities liest, sieht man es immer wieder:
„Ich nehm MicroBio+ als Dünger.“
„Reicht das alleine?“
„Ich hab’s ins Substrat gekippt, aber da passiert nix.“
Kurz und fair: MicroBio+ ist kein Dünger.
Und das ist keine Spitzfindigkeit – das ist der Schlüssel, um das Produkt richtig zu nutzen und wirklich Ergebnisse zu sehen.
In diesem Beitrag klären wir:
-
Was MicroBio+ wirklich macht
-
Warum es die Pflanze nicht direkt „füttert“
-
Warum es ohne Nährstoffquelle nicht zaubern kann
-
Wie du es korrekt kombinierst (organisch, mineralisch, Living Soil, Kompost etc.)
-
Worauf du bei Hydro / DWC achten solltest
1) Dünger vs. Bodenaktivator: Der eine füttert – der andere organisiert
Ein Dünger ist im Kern eine Nährstoffquelle. Er bringt (direkt oder indirekt) die Bausteine, die die Pflanze braucht: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Spurenelemente etc.
Wenn du düngst, lieferst du „Essen“.
MicroBio+ ist dagegen ein mikrobiologischer Bodenaktivator (und rechtlich als Bodenhilfstoff deklariert).
Heißt: MicroBio+ ist eher das Küchen-Team im Boden – nicht das Essen selbst.
-
Es unterstützt Prozesse im Substrat
-
Es aktiviert die Rhizosphäre (den aktiven Lebensraum direkt um die Wurzel)
-
Es hilft dabei, dass Nährstoffe verfügbar werden, wenn welche da sind
Merksatz:
Dünger = Nährstoffe liefern.
MicroBio+ = Bodenleben & Umsetzungsprozesse unterstützen.
2) Was MicroBio+ konkret macht (ein bisschen Mikrobiologie, aber easy)
In einem gesunden Boden passiert die Magie nicht „einfach so“. Die meisten Nährstoffe sind nicht sofort pflanzenverfügbar, sondern stecken gebunden in organischem Material oder in Bodenteilchen.
Hier kommt die Mikrobiologie ins Spiel:
Rhizosphäre & Exsudate
Wurzeln sondern sogenannte Wurzelexsudate ab (Zucker, Aminosäuren, organische Säuren). Damit „bezahlt“ die Pflanze Mikroorganismen dafür, im Boden zu arbeiten.
Mineralisierung & Nährstofffreisetzung
Mikroben bauen organische Substanz ab und setzen dabei Nährstoffe frei (Mineralisierung).
Das ist vereinfacht gesagt der Prozess, der organische Reserven in „pflanzenverfügbare Formen“ überführt.
Nährstoffmobilisierung
Bestimmte mikrobielle Prozesse können Nährstoffe „mobilisieren“, also aus gebundenen Formen in verfügbarere Formen überführen (z. B. im Zusammenspiel mit organischen Säuren und Enzymen in der Rhizosphäre).
MicroBio+ unterstützt genau diese Boden- und Rhizosphärenprozesse. Das Resultat ist nicht „Düngerkraft“, sondern: bessere Bedingungen, damit die Pflanze an Nahrung kommt.
3) Warum MicroBio+ kein Dünger ist (und niemals „alleine reicht“)
Das ist der Teil, der vielen den Knoten löst:
✅ MicroBio+ ersetzt keinen Dünger
Es bringt keine nennenswerte Nährstoffmenge, die eine Pflanze über Wochen versorgen würde.
✅ MicroBio+ füttert die Pflanze nicht direkt
Die Pflanze nimmt Nährstoffe über die Wurzel auf – MicroBio+ ist kein „Nährstoff-Shot“.
✅ MicroBio+ funktioniert nicht in „toter Erde“ ohne Nahrung
Wenn dein Substrat leer, ausgelaugt oder praktisch ohne organische Reserven ist, dann gilt:
Ohne Vorrat gibt’s nichts umzusetzen.
Ja: MicroBio+ kann Erde wiederbeleben – aber wenn wirklich keine Nährstoffquelle (organisch/mineralisch/kompostbasiert) vorhanden ist, dann ist es wie ein Team aus Köchen in einer Küche ohne Zutaten. Hier setzt auch unsere Organic Linie mit den Produkten: LivingSoil Base, Mineral Charge und TopDress Bloom an.
4) Was du immer brauchst: Eine Nährstoffquelle im System
Damit MicroBio+ sein Potenzial ausspielen kann, braucht dein Setup mindestens eins von diesen Dingen:
-
organisches Substrat / Living Soil
-
Kompost / Wurmhumus
-
organische Dünger (fest oder flüssig)
-
mineralische Dünger (funktioniert ebenfalls)
-
eigene Soil-/Amendment-Produkte (z. B. eure Linien)
Kurz: MicroBio+ und „Futter im Boden“ = läuft.
MicroBio+ allein = meist enttäuschend.
5) Kombinieren? Ja – fast immer problemlos (organisch & mineralisch)
Ganz wichtig, weil das auch ständig gefragt wird:
Du kannst MicroBio+ grundsätzlich bedenkenlos kombinieren mit:
-
organischen Düngern
-
mineralischen Düngern
-
Kompost, Wurmhumus
-
euren eigenen Produkten
-
und den meisten Düngersystemen am Markt
Warum? Weil MicroBio+ keine Konkurrenz zum Dünger ist, sondern die Bodenprozesse unterstützt. In vielen Systemen ergänzt sich das sogar richtig gut.
6) Sonderfall DWC / Hydro: wo du aufpassen solltest
Wenn du in DWC (Deep Water Culture) oder generell in sehr „wasserdominierten“ Systemen unterwegs bist, gibt’s eine typische Stolperfalle:
-
Bei Düngern mit hohem organischem Anteil kann es zu pH-Wert-Schwankungen kommen.
- PH-Wert sollte nur mittels Phosphor- oder Salpetersäure eingestellt werden!
Das ist nicht „MicroBio+ ist schlecht“, sondern systembedingt:
Organische Bestandteile + mikrobielle Aktivität + Wasserreservoir = kann die Chemie im Tank stärker bewegen als im Substrat, gerade dann wenn der CalMag
Wenn du DWC fährst:
-
besonders auf pH-Drift achten
-
eher vorsichtig dosieren / beobachten
-
und organiklastige Mischungen nicht blind übernehmen
Gerade in DWC / Hydro (aber auch in sehr weichen Wässern) hängt die pH-Stabilität stark von der Pufferkapazität der Nährlösung ab.
Diese Pufferung kommt im Wesentlichen aus:
-
Calcium (Ca²⁺)
-
Magnesium (Mg²⁺)
-
den dazugehörigen Anionen (meist Nitrat, Sulfat)
Wenn der Ca/Mg-Anteil zu gering ist, passiert Folgendes:
Geringe Pufferkapazität = instabiler pH
Calcium- und Magnesiumsalze sorgen nicht nur für Pflanzenernährung, sondern auch für eine chemische Stabilisierung der Lösung.
Fehlt dieser Anteil:
-
kann die Lösung Säuren schlechter „abfangen“
-
mikrobiologische Prozesse wirken sich stärker auf den pH aus
-
der pH reagiert empfindlicher auf jede Veränderung
👉 Ergebnis: pH-Drift, häufig nach oben.
Mikrobiologie verstärkt den Effekt (z. B. mit MicroBio+)
Wenn du MicroBio+ oder andere mikrobiell aktive Produkte einsetzt:
-
Mikroorganismen verstoffwechseln organische Bestandteile
-
dabei verändern sich Ionengleichgewichte
-
CO₂ entweicht aus der Lösung
-
organische Säuren werden abgebaut
Ohne ausreichende Ca/Mg-Pufferung:
➡️ pH steigt wieder an, selbst wenn du ihn vorher korrekt eingestellt hast.
Das ist kein Fehler von MicroBio+ –
das System ist einfach zu schwach gepuffert.
7) Warum wir es nicht als Dünger verkaufen (kurz & transparent)
MicroBio+ ist kein Dünger, weil es nicht dafür gedacht ist, die Pflanze über Nährstoffmengen zu versorgen. Es ist als Bodenhilfstoff / mikrobiologischer Bodenaktivator deklariert, weil es den Fokus genau dort hat:
👉 Bodenleben aktivieren, Prozesse unterstützen, Rhizosphäre stärken – und damit die Basis schaffen, dass Nährstoffe effizienter genutzt werden können.
Diese klare Einordnung ist kein Marketing-Trick, sondern schützt dich als Anwender vor falschen Erwartungen.
👉 MicroBio+ verursacht den pH-Anstieg nicht.
👉 Es macht ihn nur sichtbar, wenn das System schlecht gepuffert ist.
Das ist ein extrem wichtiger Punkt für Vertrauen & Verständnis.
8) Praxis-Merksätze (für alle, die’s schnell brauchen)
-
MicroBio+ ist kein Dünger.
-
Es füttert nicht – es aktiviert.
-
Ohne Nährstoffquelle im Substrat gibt’s nichts umzusetzen.
-
In Living Soil / organischen Setups ist es zu Hause – mineralisch geht aber auch.
-
In DWC mit hoher Organik: pH im Blick behalten.
FAQ (weil die Fragen wirklich täglich kommen)
„Kann ich MicroBio+ ohne Dünger verwenden?“
Du kannst es verwenden – aber wenn im Substrat keine verwertbare Nahrung ist, wird die Pflanze trotzdem hungern. MicroBio+ ersetzt keine Nährstoffquelle.
„Funktioniert es in ausgelaugter Erde?“
Es kann helfen, Bodenleben wieder zu aktivieren. Aber ausgelaugte Erde braucht trotzdem Nährstoff-Input (z. B. Kompost, Wurmhumus, organische/mineralische Dünger, Amendments).
„Kann ich’s mit meinem Düngerschema kombinieren?“
In den meisten Fällen: ja, problemlos – organisch wie mineralisch. Sonderfall: DWC mit viel Organik → pH beobachten. Gernell sollte das Shema auch erstmal Minimiert werden da duch aktives Bodenleben Nährstoffe von der Pflanze besser aufgenommen werden können und somit weniger Dünger notwendig ist.





















