CannaSelection Grower Report #03

Vier Pflanzen, ein Beet und der einfachste Run bisher

IT_GROWERIN kultivierte vier Genetiken gemeinsam in einem 90 x 40 cm großen Living-Soil-Beet. Nach zehn Wochen Wachstum, intensivem Training und rund zwei Monaten Blüte beschreibt sie den Durchgang als ihren bisher einfachsten Grow.

8 Min. Lesezeit Praxis & Grow-Optimierung
CannaSelection Grower Report 03 mit IT_GROWERIN: vier Pflanzen in einem Living-Soil-Beet
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Der Grower hinter dem Report

IT_GROWERIN

@it_growerin

Living-Soil-Growerin Seit der Teillegalisierung im eigenen Grow aktiv

IT_GROWERIN entwickelt ihren Indoor-Anbau von hybriden Methoden zu einem dauerhaft geführten Living-Soil-System weiter. Im Mittelpunkt stehen ein gemeinsamer Wurzelraum, einfache Abläufe und ein Beet, das über mehrere Durchgänge erhalten bleibt.

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Setup

Der Grow auf einen Blick

Grower
IT_GROWERIN
Erfahrung
Seit der Teillegalisierung im eigenen Grow aktiv
Durchgänge
1 dokumentierter Durchgang
Anbauform
Indoor, vier Pflanzen in einem Beet
Topfgröße
90 x 40 cm Living-Soil-Beet auf Autopot Tray2Grow
Medium
Plagron Bio Lightmix
Vegetationszeit
10 Wochen
Blütezeit
Rund 2 Monate
Beleuchtung Wachstum
LED mit LM301H-EVO-Dioden, bis etwa 800 PPFD
Beleuchtung Blüte
LED mit LM301H-EVO-Dioden, bis etwa 1.100 PPFD
Klima Wachstum
Etwa 23 bis 26 Grad Celsius
Klima Blüte
Etwa 23 bis 26 Grad Celsius
Bewässerung
Ungefähr alle drei Tage nach Bedarf und Substratfeuchte
Wasser
Leitungswasser mit etwa 200 ppm, ergänzt um rund 100 ppm CalMag, pH etwa 6,5
Bodenmanagement
Gemeinsamer Wurzelraum, Cover Crop und geplante Weiterentwicklung mit Mulch und Kompostwürmern

Genetiken in diesem Grow

  • Big Z
  • Studio Cherry
  • White Soho
  • Propa Candy
Inhaltsverzeichnis

Persönlicher Erfahrungsbericht

IT_GROWERIN berichtet

IT_GROWERIN kultivierte vier Genetiken gemeinsam in einem 90 x 40 cm großen Living-Soil-Beet. Nach zehn Wochen Vegetationsphase, intensivem Training und rund zwei Monaten Blüte beschreibt sie diesen Durchgang als ihren bisher einfachsten Grow.

Die Pflanzen entwickelten sich stabil und füllten den gemeinsamen Wurzelraum vollständig aus. Am Ende standen große, feste und stark bereifte Blüten. Gleichzeitig lieferte der erste Durchgang wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Beetes: eine dauerhaft geschützte Bodenoberfläche, Kompostwürmer und ein konsequenteres Vorgehen gegen Trauermücken.

Von Hybrid zu Living Soil

Meine bisherigen Grows habe ich überwiegend hybrid angebaut. Nach einem biologisch geführten Durchgang wollte ich den nächsten Schritt gehen und ein dauerhaftes Living-Soil-System aufbauen.

Für mich war besonders interessant, ein Beet nicht nach jedem Grow wieder vollständig leeren und neu aufsetzen zu müssen. Ich wollte ein System, das über mehrere Durchgänge weitergeführt werden kann. Gleichzeitig sollte die laufende Versorgung einfacher werden und stärker über das vorbereitete Substrat funktionieren.

Dieser Grow hat mir gezeigt, wie gut dieser Ansatz zu meiner Art des Anbaus passt.

Vier Pflanzen in einem gemeinsamen Beet

In diesem Durchgang standen vier Pflanzen aus vier unterschiedlichen Genetiken gemeinsam in einem 90 x 40 cm großen Beet:

  • Big Z von Cookies
  • Studio Cherry von Wizard Trees
  • White Soho von Wizard Trees
  • Propa Candy von Wizard Trees

Das Beet stand auf einem Autopot Tray2Grow und war mit Plagron Bio Lightmix gefüllt.

Der zusammenhängende Wurzelraum war einer der größten Unterschiede zu meinen früheren Grows. Statt jede Pflanze auf das Volumen eines kleinen Einzeltopfs zu begrenzen, konnten sich die Wurzeln über das gesamte Beet ausbreiten. Dadurch wirkte das System für mich stabiler und deutlich weniger empfindlich.

So wurde das Substrat vorbereitet

Living Soil Base und Mineral Charge wurden vor dem Einpflanzen direkt in das Substrat eingemischt. Anschließend setzte ich die vier Pflanzen in das vorbereitete Beet.

Mit der Umstellung auf 12/12 kam TopDress Bloom hinzu. Das Produkt wurde auf der Bodenoberfläche verteilt und so gut wie möglich in die oberste Substratschicht eingearbeitet. MicroBio+ begleitete den Grow zusätzlich.

Der grundsätzliche Aufbau war für mich sehr übersichtlich:

  • Living Soil Base und Mineral Charge vor dem Einpflanzen einarbeiten
  • Pflanzen in das vorbereitete Beet setzen
  • mit Beginn der Blüte TopDress Bloom ergänzen
  • MicroBio+ zur mikrobiellen Begleitung einsetzen
  • Pflanzenentwicklung, Klima und Wasserführung kontrollieren

Ich musste nicht während des gesamten Grows mehrere Flüssigdünger miteinander kombinieren oder ein kompliziertes Schema verfolgen.

Zehn Wochen Vegetationsphase

Der Grow begann Anfang März. Die Vegetationsphase dauerte insgesamt zehn Wochen. Diese Zeit nutzte ich intensiv, um die vier Pflanzen an die vorhandene Fläche anzupassen.

Zum Einsatz kamen Topping, LST und ein SCROG-Netz. Das Wachstum verlief sehr schnell. Die Pflanzen entwickelten stabile Triebe und vertrugen das Training ausgesprochen gut.

Auch nach stärkeren Eingriffen nahmen sie das Wachstum schnell wieder auf. Ich konnte die Seitentriebe gleichmäßig über die Fläche verteilen und das SCROG-Netz zunehmend ausfüllen. Bis zur Umstellung auf 12/12 entstand eine breite und stabile Pflanzenstruktur.

Kräftige Pflanzen trotz intensivem Training

Besonders positiv fiel mir auf, wie belastbar die Pflanzen während der Vegetationsphase waren.

Das Topping und das anschließende LST führten nicht zu längeren Wachstumsstopps. Die Triebe entwickelten sich weiter und ließen sich gut unter dem Netz verteilen. Die Pflanzen wirkten über den gesamten Zeitraum gesund und stabil.

Ich hatte nicht das Gefühl, ständig korrigierend eingreifen zu müssen. Das System bot den Pflanzen ausreichend Reserven, um sich auch nach dem Training schnell weiterzuentwickeln.

Beleuchtung und Klima

Zum Einsatz kam ein LED-System mit LM301H-EVO-Dioden. Während der Vegetationsphase arbeitete ich mit einer Lichtintensität von bis zu ungefähr 800 PPFD. In der Blüte wurde die Intensität auf bis zu etwa 1.100 PPFD erhöht.

Die Temperaturen lagen meistens zwischen 23 und 26 Grad Celsius. Für Abluft und Umluft nutzte ich eine Spider-Farmer-Abluft und zwei Spider-Farmer-Ventilatoren.

Das Klima blieb über den Grow hinweg stabil. Die Pflanzen zeigten keine auffälligen Hitze- oder Lichtstresssymptome.

Gießwasser und CalMag

Mein Leitungswasser lag bei ungefähr 200 ppm. Zusätzlich ergänzte ich rund 100 ppm über CalMag. Der pH-Wert wurde auf etwa 6,5 eingestellt.

Das Beet wurde ungefähr alle drei Tage mit Wasser versorgt. Die genaue Menge richtete sich nach dem Bedarf der Pflanzen und der Feuchtigkeit im Substrat.

Die Wasseraufnahme funktionierte sehr gut. Das Beet nahm das Wasser gleichmäßig auf. Gleichzeitig blieb die Erde locker und luftig. Staunässe oder starke Verdichtung konnte ich nicht beobachten.

Gleichmäßiger Stretch nach der Umstellung

Ende Mai wurde die Beleuchtung auf 12/12 umgestellt. Trotz des intensiven Trainings streckten sich die Pflanzen in der frühen Blüte sehr schön.

Die vorhandenen Triebe verteilten sich gleichmäßig über die Fläche. Das Netz half dabei, die Pflanzenstruktur zu halten und die Blütenstände möglichst gut auszurichten.

Der Stretch blieb kontrollierbar. Gleichzeitig entwickelten die Pflanzen ausreichend neue Masse, um das Beet und die verfügbare Fläche vollständig zu nutzen.

Große Blüten und sichtbare Harzbildung

Während der Blüte entwickelten sich die Blütenstände kräftig. Die Blüten erreichten eine gute Größe und fühlten sich zum Ende hin fest an. Besonders deutlich fiel mir der Harzbesatz auf.

Die Blüten und die angrenzenden Blätter waren stark mit Trichomen überzogen. Auch der Geruch entwickelte sich intensiv und sehr angenehm.

Zum Zeitpunkt des Erfahrungsbogens befanden sich die Blüten noch in der Trocknung. Deshalb konnte ich den Geschmack noch nicht abschließend bewerten. Die sichtbare Qualität, die Festigkeit und der Geruch haben mich jedoch bereits vor dem Curing überzeugt.

Das Beet war vollständig durchwurzelt

Die Wurzelentwicklung gehörte für mich zu den stärksten Ergebnissen dieses Grows. Das gesamte Beet war vollständig durchwurzelt. Die vier Pflanzen hatten den vorhandenen Raum sehr gut erschlossen.

Trotz der dichten Wurzelmasse blieb das Substrat locker und luftig. Auch die Wasseraufnahme funktionierte weiterhin zuverlässig.

Für mich machte das gesamte System einen sehr gesunden Eindruck:

  • vollständige Durchwurzelung
  • lockere Bodenstruktur
  • gleichmäßige Wasseraufnahme
  • stabile Pflanzenentwicklung
  • keine sichtbaren Mangelerscheinungen
  • keine Anzeichen einer Überversorgung

Gerade im Vergleich zu kleineren Einzeltöpfen wirkte das Beet deutlich ausgeglichener.

Trauermücken als einzige echte Herausforderung

Während des Grows traten einige Trauermücken auf. Die Bodenoberfläche war zu diesem Zeitpunkt weder mit Mulch noch mit einer dauerhaft etablierten Abdeckung geschützt.

Ich brachte anschließend einen Cover Crop Mix aus. Danach ging der Befall nach meiner Beobachtung zurück. Für den nächsten Durchgang möchte ich die Bodenoberfläche von Anfang an besser aufbauen.

Geplant sind eine stabile Mulchschicht, ein passender Cover Crop, Kompostwürmer im Beet und ein frühzeitiges, gezieltes Vorgehen gegen Trauermücken. Das Beet soll dadurch dauerhaft biologisch aktiver und an der Oberfläche stabiler werden.

Trauermücken im Grow erkennen und gezielt bekämpfen

Die letzte Woche vor der Ernte

In der letzten Woche setzte ich CalMag ab. Die Pflanzen begannen ihre eingelagerten Reserven aus den Blättern zu nutzen. Dadurch entwickelte sich ein natürlicher Fade.

Die Bewässerung wurde zunächst unverändert fortgeführt. Erst wenige Tage vor der Ernte wurde kein weiteres Wasser mehr gegeben.

Es fand keine aktive Spülung mit großen Wassermengen statt. Stattdessen ließ ich die Pflanzen normal ausreifen und beendete die zusätzliche Versorgung zum passenden Zeitpunkt.

Große, feste und stark bereifte Blüten

Zum Zeitpunkt des Berichts waren die vier Pflanzen bereits geerntet. Die Blüten befanden sich noch in der Trocknung.

Der erste Eindruck war sehr positiv. Die Blüten waren groß, fest, stark bereift und intensiv im Geruch.

Eine endgültige Bewertung des Geschmacks und des vollständigen Aromaprofils ist erst nach der Trocknung und einer ausreichenden Reifezeit möglich. Nach dem bisherigen Ergebnis gehe ich jedoch davon aus, dass mich auch die sensorische Qualität überzeugen wird.

Der einfachste Run, den ich bisher hatte

Dieser Durchgang war für mich mit Abstand der einfachste Grow, den ich bisher umgesetzt habe.

Ich hatte keine Versorgungsprobleme und musste nicht ständig auf einzelne Symptome reagieren. Der größte Unterschied zu meinen früheren mineralischen, biologischen und hybriden Runs war der geringere laufende Aufwand.

Nachdem das Beet vorbereitet war, lag mein Fokus vor allem auf Bewässerung, Training, Licht, Klima und der Beobachtung der Pflanzen. Die Versorgung war bereits im System aufgebaut und musste während des Grows nur gezielt ergänzt werden. Dadurch wirkte der gesamte Durchgang deutlich ruhiger und kontrollierter.

Was ich in der nächsten Runde verbessere

Am grundsätzlichen Aufbau des Systems möchte ich nichts verändern. Das Beet hat für mich sehr gut funktioniert und soll im nächsten Durchgang weiterverwendet werden.

Verbessern möchte ich vor allem die Bodenoberfläche. Die nächste Runde startet deshalb mit einer passenden Mulchschicht, einem früh etablierten Cover Crop, Kompostwürmern und einem gezielten Präventions- und Bekämpfungskonzept gegen Trauermücken.

Damit möchte ich das System noch stärker in Richtung eines dauerhaft stabilen Living-Soil- beziehungsweise No-Till-Beetes entwickeln.

Mein persönliches Fazit

Ich bin wirklich sehr zufrieden. Das war mit Abstand der einfachste Run, den ich bisher hatte.

Im Vergleich zu meinen früheren mineralischen, biologischen und hybriden Grows war dieser Durchgang deutlich entspannter.

Nachdem das Beet vorbereitet war, konnte ich mich stärker auf die Pflanzen selbst konzentrieren. Die vier Pflanzen entwickelten sich stabil und lieferten große, feste und stark bereifte Blüten.

Besonders überzeugt hat mich, dass das Beet nicht nach jedem Grow entsorgt oder vollständig neu aufgebaut werden muss. Das System kann stehen bleiben, weiterentwickelt und im nächsten Durchgang erneut genutzt werden.

Für mich fühlt sich diese Art des Anbaus fast ein wenig wie Zaubern an.

Ich bin wirklich sehr zufrieden. Das war mit Abstand der einfachste Run, den ich bisher hatte.
IT_GROWERIN aka @it_growerin

CannaSelection Redaktion

Unsere Einordnung

Der Grow von IT_GROWERIN zeigt, warum ein zusammenhängender Wurzelraum und ausreichend Substratvolumen einen organisch geführten Durchgang stabiler machen können. Vier Pflanzen teilten sich ein 90 x 40 cm großes Beet. Dadurch standen mehr Wasserreserve, mineralischer Puffer und biologisch aktiver Boden zur Verfügung als in mehreren kleinen Töpfen.

Der geringe Pflegeaufwand entstand durch die Vorbereitung

Die Aussage, dass im Alltag fast nur noch gegossen werden musste, ist im Zusammenhang mit der vorbereiteten Versorgung zu verstehen. Living Soil Base und Mineral Charge wurden vor dem Einpflanzen eingearbeitet. Zur Blüte kam TopDress Bloom hinzu, MicroBio+ begleitete das System und CalMag wurde über das Gießwasser ergänzt. Der reduzierte laufende Aufwand entstand durch eine früh aufgebaute und gezielt ergänzte Versorgung.

Vier Genetiken reagieren nicht vollständig identisch

Big Z, Studio Cherry, White Soho und Propa Candy können sich bei Stretch, Nährstoffbedarf, Blütenstruktur, Reifezeit und Aroma unterscheiden. Die beschriebenen Beobachtungen beziehen sich deshalb auf das Gesamtsystem und lassen sich nicht automatisch identisch auf jede einzelne Genetik übertragen.

Cover Crop ist keine gezielte Trauermückenbekämpfung

Der beobachtete Rückgang der Trauermücken nach dem Ausbringen des Cover Crops belegt keine direkte Bekämpfungswirkung. Ein Cover Crop kann die Oberfläche stabilisieren, ersetzt aber keine gezielte Kontrolle der Larven. Bei sichtbarem Befall gehören Gelbtafeln, SF-Nematoden oder BTI, kontrollierte Feuchtigkeit und sauberes Mulchmanagement zu einem belastbaren Vorgehen.

Die sensorische Bewertung folgt nach dem Curing

Zum Zeitpunkt des Erfahrungsbogens befanden sich die Blüten noch in der Trocknung. Optik, Größe, Festigkeit, Geruch und Harzbesatz konnten bereits beurteilt werden. Geschmack und endgültiges Aroma lassen sich erst nach einer ausreichenden Reifezeit belastbar einordnen.

Organic Line

Im Grow verwendet

Diese Produkte der CannaSelection Organic Line kamen im Kreislaufsystem von IT_GROWERIN zum Einsatz.

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