Botrytis in Blüten ist kein Fall für Abwarten oder kosmetisches Wegschneiden an der Oberfläche. Sobald Bud Rot sichtbar wird, muss konsequent gehandelt werden, weil sich der Pilz im Inneren der Blüte bereits weiter ausgebreitet haben kann. Ziel ist nicht, einzelne braune Stellen optisch zu bereinigen, sondern die Ausbreitung sofort zu stoppen und gesundes Material sauber vom befallenen Bereich zu trennen.
Schritt 1: Befallene Blüten sofort entfernen.
Alle sichtbar betroffenen Buds müssen großzügig herausgeschnitten und aus dem Grow entfernt werden. Nicht direkt im Raum zerreißen oder unnötig bewegen, damit möglichst wenig Material und Sporen verteilt werden.
Schritt 2: Nicht verharmlosen.
Braune, modrige oder innen faulige Blüten sind kein Schönheitsfehler. Befallenes Material ist nicht mehr zu retten und gehört nicht in die Trocknung, nicht in die Extraktion und nicht zurück in den Bestand.
Schritt 3: Umluft und Luftfeuchte sofort korrigieren.
Botrytis braucht Bedingungen, unter denen Feuchtigkeit im Blütenbereich stehen bleibt. Luftbewegung, Entfeuchtung und ein trockeneres Mikroklima in der Blütenzone haben jetzt Priorität. Besonders dichte Canopies und stehende Luft müssen kritisch geprüft werden.
Schritt 4: Bestand kontrollieren, nicht nur Einzelfund behandeln.
Wenn eine Blüte sichtbar befallen ist, sollte die gesamte Pflanze und der umliegende Bestand sorgfältig geprüft werden. Botrytis sitzt oft tiefer und weiter, als die erste Fundstelle vermuten lässt.
Schritt 5: Ursachen im System beheben.
Zu hohe Luftfeuchtigkeit, zu wenig Luftaustausch, zu dichte Blütenmasse oder nasse Mikrobereiche im Bestand müssen aktiv korrigiert werden. Ohne diese Schritte kommt das Problem schnell zurück.
Schritt 6: Prävention höher gewichten als Reaktion.
Bei Botrytis entscheidet sich vieles nicht erst beim sichtbaren Befall, sondern in den Tagen und Wochen davor. Wer dichte Blüten fährt, muss Feuchteführung, Luftbewegung und Pflanzenstruktur früh sauber mitdenken. Im Living-Soil-Ansatz gilt auch hier: Ein stabiles System hilft, ersetzt aber niemals konsequente Klimaführung in der Blüte.