CannaSelection Grower Report #01
Vier Grows, fünf Genetiken, ein Kreislaufsystem
Vier komplette Durchgänge, fünf Genetiken und ein wiederverwendetes Substrat: Philipp zeigt, wie er die CannaSelection Organic Line in 18-Liter-Töpfen einsetzt - inklusive seiner Learnings zu Wasser, Dosierung und Topfgröße.
Der Grower hinter dem Report
Philipp
@_baumbart
Philipp beschäftigt sich seit rund drei Jahren mit dem Cannabisanbau. Sein Schwerpunkt liegt auf organisch geführten Substraten, wiederverwendeter Erde und einem möglichst stabilen Kreislaufsystem.
Setup
Der Grow auf einen Blick
- Grower
- Philipp
- Erfahrung
- Rund 3 Jahre Grow-Erfahrung
- Durchgänge
- 4 vollständige Durchgänge
- Anbauform
- Indoor
- Topfgröße
- 18 Liter
- Medium
- Wiederaufbereitete Living Soil, gemischt mit Floragard Professional Grow Mix
- Vegetationszeit
- 4 bis 6 Wochen
- Blütezeit
- Je nach Genetik etwa 60 bis knapp 80 Tage
- Beleuchtung Wachstum
- 200 Watt LED
- Beleuchtung Blüte
- 1.200 Watt LED
- Klima Wachstum
- Über 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit bei etwa 25 bis 29 Grad Celsius
- Klima Blüte
- Etwa 48 Prozent relative Luftfeuchtigkeit bei ungefähr 21 bis 24 Grad Celsius
- Bewässerung
- Je nach Pflanzenentwicklung nahezu täglich
- Wasser
- Osmosewasser, pH-Wert vor dem Gießen angepasst
- Bodenmanagement
- Kompostwürmer, Chop-and-Drop und Wiederaufbereitung nach der Ernte
Genetiken in diesem Grow
Eingesetzte Produkte
Inhaltsverzeichnis
Persönlicher Erfahrungsbericht
Philipps Erfahrungen aus vier Durchgängen
Philipp aka @_baumbart beschäftigt sich seit rund drei Jahren mit dem Cannabisanbau. Mittlerweile hat er vier vollständige Durchgänge mit der CannaSelection Organic Line umgesetzt.
Sein Setup basiert auf wiederverwendeter Erde, Kompostwürmern, Chop-and-Drop und einer konsequenten Wiederaufbereitung nach der Ernte. Statt das gesamte Substrat nach jedem Durchgang zu entsorgen, wird es erneut in den Kreislauf eingebunden.
In diesem Grower Report beschreibt Philipp seine persönlichen Erfahrungen mit fünf unterschiedlichen Genetiken, seine anfänglichen Fehler bei der Anwendung und die Bedeutung, die Wasserqualität und Topfgröße in seinem System haben.
Vier vollständige Durchgänge mit der Organic Line
Ich arbeite mittlerweile im vierten vollständigen Durchgang mit der CannaSelection Organic Line.
In diesem Grow standen fünf unterschiedliche Genetiken:
- White Truffle,
- Maui Waui,
- Apple Crumble,
- Afghani #1,
- Super Silver Haze.
Zum Einsatz kamen alle vier Bestandteile der Organic Line:
- Living Soil Base,
- Mineral Charge,
- TopDress Bloom,
- MicroBio+.
Meine Erde wird nach der Ernte nicht vollständig entsorgt. Ich bereite sie wieder auf und mische sie für den nächsten Durchgang im Verhältnis 50:50 mit frischem Professional Grow Mix von Floragard.
Dieser Kreislauf ist für mich inzwischen ein fester Bestandteil meines Setups. Ich kann einen großen Teil des vorhandenen Substrats weiterverwenden, produziere weniger Abfall und muss nicht nach jedem Grow wieder vollständig bei null anfangen.
Von anfänglichen Fehlern zu einem stabileren System
Meine ersten Erfahrungen mit der Organic Line waren noch nicht vollständig problemlos. Rückblickend lag das jedoch nicht an den Produkten, sondern vor allem an meiner damaligen Anwendung.
Ich habe anfangs zu sparsam mit TopDress Bloom und Mineral Charge gearbeitet und mich nicht immer konsequent an die vorgesehenen Anwendungsschritte gehalten. Dadurch fehlte meinem System an einzelnen Stellen die Versorgung, die eigentlich eingeplant war.
Inzwischen orientiere ich mich deutlich genauer an den Anwendungsempfehlungen von CannaSelection. Innerhalb der empfohlenen Dosierung arbeite ich meistens im oberen Bereich. Mit der laufenden Anwendung beginne ich ungefähr ab der zweiten bis dritten Wachstumswoche. TopDress Bloom setze ich passend zur Blütephase ein.
Seit ich Dosierung und Zeitpunkt konsequenter umsetze, laufen meine Grows deutlich stabiler.
Auch ein organisch geführtes System funktioniert nicht allein dadurch, dass organische Produkte verwendet werden. Dosierung, Zeitpunkt, Substratvolumen, Wasser und Pflanzenentwicklung müssen zusammenpassen.
Vier bis sechs Wochen Vegetationsphase
Meine Vegetationsphase dauert in der Regel vier bis sechs Wochen. Diese Zeit gebe ich den Pflanzen bewusst, damit sie vor dem Wechsel in die Blüte eine kräftige Wurzelmasse und eine stabile Pflanzenstruktur entwickeln können.
Ein gut entwickeltes Wurzelsystem ist für mich die Grundlage für einen stabilen Grow. Im Vegetationszelt arbeite ich mit einer 200-Watt-LED.
Die Temperaturen liegen dort zwischen ungefähr 25 und 29 Grad Celsius. Die relative Luftfeuchtigkeit halte ich meist oberhalb von 60 Prozent. Mit diesen Bedingungen entwickeln sich meine Pflanzen in der Wachstumsphase in der Regel kräftig und gleichmäßig.
Kontrollierte Bedingungen in der Blüte
In der Blütephase verwende ich insgesamt 1.200 Watt LED-Leistung. Gleichzeitig reduziere ich die Temperaturen auf etwa 21 bis 24 Grad Celsius und die relative Luftfeuchtigkeit auf ungefähr 48 Prozent.
Mit diesen Bedingungen habe ich in meinem Setup sehr gute Erfahrungen gemacht. Probleme mit Blütenfäule konnte ich bisher weitgehend vermeiden. Gelegentlich treten zwar Spinnmilben auf, bei frühzeitiger Erkennung und entsprechender Behandlung ließen sie sich bisher jedoch kontrollieren.
Die tatsächliche Dauer der Blüte richtet sich nach der jeweiligen Genetik. In meinen bisherigen Durchgängen lag sie zwischen ungefähr 60 Tagen und knapp 80 Blütetagen bei der Super Silver Haze.
Kräftige Pflanzen ohne sichtbare Mangelerscheinungen
Während des gesamten Durchgangs entwickelten sich die Pflanzen kräftig, gleichmäßig und vital. Besonders positiv fiel mir die Blattgesundheit auf.
Alle Pflanzen zeigten ein sattes Grün und während dieses Durchgangs keine sichtbaren Mangelerscheinungen. Am stärksten beeindruckte mich die Afghani #1. Sie entwickelte sich ausgesprochen stabil und zeigte während des gesamten Grows keine auffälligen Probleme.
Auch die anderen Genetiken kamen mit dem System gut zurecht. Trotz ihrer unterschiedlichen Wachstums- und Blüteeigenschaften konnte ich keine Sorte feststellen, die grundsätzlich nicht mit meiner Substratmischung oder der Organic Line harmonierte.
Vollständig durchwurzelte 18-Liter-Töpfe
Nach der Ernte konnte ich sehen, wie stark sich die Wurzeln während des Durchgangs entwickelt hatten. Die Wurzeln waren kräftig und weiß. Der komplette 18-Liter-Topf war sehr stark und nahezu vollständig durchwurzelt.
Für mich ist das ein wichtiger Hinweis darauf, dass sich die Pflanzen in meinem Substrat gut entwickeln konnten. Ich achte bei der Beurteilung eines Grows deshalb nicht nur auf das sichtbare Wachstum oder die Blüten.
Auch folgende Punkte gehören für mich zur Bewertung:
- Wurzelmasse,
- Farbe und Zustand der Wurzeln,
- Bodenstruktur,
- Geruch des Substrats,
- Wasserdurchlässigkeit,
- Stabilität der Pflanzen über den gesamten Durchgang.
Die oberirdische Entwicklung erzählt schließlich nur einen Teil der Geschichte. Entscheidend ist ebenso, was während des Grows im Substrat passiert.
Lockere Bodenstruktur über den gesamten Grow
Ein weiterer großer Pluspunkt ist für mich die Bodenstruktur. Die Erde bleibt über den gesamten Grow hinweg locker, luftig und gut wasserdurchlässig.
Eine starke Verdichtung konnte ich in meinen bisherigen Durchgängen nicht feststellen. Dadurch kann sich das Wasser gleichmäßiger im Topf verteilen und die Wurzeln finden ausreichend Raum, um das gesamte vorhandene Substrat zu erschließen.
Zu dieser Struktur tragen in meinem Setup auch die eingesetzten Kompostwürmer bei. Durch ihre Aktivität bewegen und verarbeiten sie organisches Material im Substrat. Gleichzeitig helfen sie dabei, die Bodenoberfläche offen zu halten und organische Pflanzenreste wieder in den Kreislauf einzubinden.
Chop-and-Drop statt Cover Crop
Ich arbeite bewusst ohne Cover Crop. Stattdessen nutze ich die Chop-and-Drop-Methode.
Geeignete Pflanzenreste, die während des Grows anfallen, werden klein geschnitten und als Mulchschicht auf die Erdoberfläche gelegt. Diese organische Schicht schützt die Bodenoberfläche und dient gleichzeitig als Ausgangsmaterial für die Kompostwürmer und weitere Bodenorganismen.
Die Pflanzenreste werden nach und nach verarbeitet und wieder in das System eingebunden. Für mein aktuelles Setup funktioniert dieser Ansatz sehr gut.
Trotzdem beobachte ich die Mulchschicht regelmäßig. Sie darf nicht dauerhaft vernässen oder faulen und sollte auch nicht unkontrolliert zu einem Rückzugsort für Schädlinge werden.
Nahezu tägliche Bewässerung in 18-Liter-Töpfen
Meine Pflanzen stehen aktuell in 18-Liter-Töpfen. Dieses Volumen hat in meinem Setup ausgereicht, um einen vollständigen Grow bis zur Ernte durchzuführen.
Die begrenzte Wasserspeicherung ist allerdings deutlich spürbar. Je nach Pflanzenentwicklung und vorhandener Blattmasse gieße ich deshalb nahezu täglich.
Die Töpfe enthalten in meinem System ausreichend Nährstoffreserven für einen kompletten Durchgang. Sie besitzen aber nicht dieselben Wasser- und Systemreserven wie deutlich größere Pflanzgefäße.
Bei kleineren Töpfen hatte ich häufiger Mangelerscheinungen und schneller erschöpfte Reserven beobachtet. Für mein persönliches Setup haben sich 18 Liter daher als untere praktikable Größe erwiesen. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich diese Topfgröße als allgemeine Empfehlung für jedes Living-Soil-System sehe.
Warum ich künftig größere Töpfe testen möchte
In zukünftigen Durchgängen möchte ich auf größere Töpfe umsteigen. Davon erhoffe ich mir:
- mehr Wasserspeicherung,
- längere Gießintervalle,
- zusätzliche Nährstoffreserven,
- mehr biologischen Puffer,
- mehr Raum für die Wurzelentwicklung.
Ich vermute außerdem, dass in deutlich größeren Töpfen möglicherweise mehr als ein vollständiger Durchgang mit derselben Erde möglich sein könnte, bevor eine umfangreichere Wiederaufbereitung notwendig wird.
Das ist aktuell jedoch nur eine Vermutung. Ich möchte diesen Punkt in zukünftigen Durchgängen gezielt testen und dokumentieren.
Die Wasserqualität war ein entscheidendes Learning
Einer der wichtigsten Punkte in meinem System ist die Qualität des Gießwassers. Jeder Grower sollte sein Ausgangswasser kennen.
In meinem Fall war der Calciumgehalt des Leitungswassers aus meiner Sicht im Verhältnis zu Magnesium ungünstig. Deshalb bin ich auf Osmosewasser umgestiegen.
Den EC-Wert messe ich aktuell nicht. Den pH-Wert kontrolliere und korrigiere ich jedoch vor dem Gießen. Zusätzliche Calcium- oder Magnesiumprodukte verwende ich derzeit nicht.
Seit der Umstellung auf Osmosewasser und der konsequenteren Anwendung der Organic Line läuft mein System stabil und ohne sichtbare Mangelerscheinungen.
Achtet nicht nur auf die richtige Dosierung der Produkte. Kennt auch euer Gießwasser. Aus meiner Sicht ist das einer der wichtigsten Faktoren für ein funktionierendes organisches System.
Für mich war die Umstellung ein wichtiger Teil der Lösung. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass reines Osmosewasser für jedes Setup die richtige Wahl ist. Entscheidend sind immer das konkrete Ausgangswasser und das gesamte System.
Frischer Waldbodengeruch als Kontrollpunkt
Auch der Geruch der Erde ist für mich ein wichtiger Kontrollpunkt. Mein Substrat riecht frisch, natürlich und ähnlich wie Waldboden.
Faulige oder unangenehme Gerüche konnte ich während des Durchgangs nicht feststellen. Ein angenehmer Geruch allein beweist natürlich nicht, dass im Boden alles perfekt abläuft.
Zusammen mit der lockeren Struktur, den kräftigen weißen Wurzeln und der stabilen Pflanzenentwicklung ist er für mich jedoch ein weiteres positives Signal.
Kompakte und stark harzige Blüten
Mit dem Ergebnis meiner bisherigen Durchgänge bin ich sehr zufrieden. Die Pflanzen lieferten in meinem Setup einen starken Ertrag.
Die Blüten entwickelten sich:
- kompakt,
- fest,
- intensiv im Aroma,
- sehr harzreich.
Besonders die Harzproduktion fiel mir bei mehreren Genetiken deutlich auf. Die Blüten waren stark bereift und besaßen eine feste Struktur.
Mir ist dabei bewusst, dass Ertrag und Blütenqualität niemals ausschließlich durch ein einzelnes Produkt entstehen. Auch Genetik, Beleuchtung, Klima, Bewässerung, Pflanzenführung, Vegetationsdauer, Topfvolumen und die Gesundheit des Wurzelsystems haben einen erheblichen Einfluss.
Für mich zählt deshalb vor allem, dass die Organic Line zuverlässig in mein gesamtes Setup passt und ich die Pflanzen damit über den vollständigen Grow begleiten kann.
Wiederaufbereitung statt vollständiger Entsorgung
Nach der Ernte werden die Pflanzen entfernt und geeignete Pflanzenreste auf mein Living-Soil-Beet gegeben. Dort kann das organische Material weiter umgesetzt werden.
Auch die gebrauchte Erde wird regeneriert und anschließend wieder in meine bestehende Substratmischung eingebunden. Für den nächsten Durchgang kombiniere ich sie erneut mit frischem Grow Mix.
Dadurch entsteht kein vollständig geschlossenes System, da weiterhin frisches Substrat hinzukommt. Im Vergleich zu einem vollständigen Austausch nach jedem Grow kann ich die bestehende Erde jedoch wesentlich länger nutzen.
Für mich bedeutet das:
- geringere Substratkosten,
- weniger Abfall,
- Wiederverwendung vorhandener Erde,
- Erhalt eines Teils der bestehenden Bodenstruktur,
- kontinuierliche Weiterentwicklung des Systems.
Dieser nachhaltige Ansatz ist für mich einer der größten Vorteile eines organisch geführten Kreislaufsystems.
Mein persönliches Fazit
Warum ich bei Living Soil geblieben bin, ist schnell erklärt: Das System bedeutet für mich weniger Arbeit, weniger Stress und deutlich mehr Freude am Grow.
Ich muss mich nicht ständig mit mehreren unterschiedlichen Düngeschemata beschäftigen und kann mich stärker auf die Pflanzen, das Klima, die Bewässerung und das Bodenleben konzentrieren.
Die Organic Line von CannaSelection hat meine Erwartungen in meinem Setup erfüllt. Besonders wichtig war für mich die Erkenntnis, dass das System am stabilsten läuft, wenn ich die Anwendungsempfehlungen konsequent umsetze.
Seitdem verlaufen meine Grows deutlich ausgeglichener und ohne nennenswerte Probleme. Ich bin mit dem gesamten System sehr zufrieden und werde definitiv weiterhin damit arbeiten.
Für mich verbindet diese Art des Anbaus eine hohe Pflanzenqualität, einen überschaubaren Pflegeaufwand, weniger Stress während des Grows, die Wiederverwendung eines großen Teils des Substrats und einen nachhaltigeren Umgang mit Erde und organischem Material.
Ich freue mich darauf, auch meine zukünftigen Grows mit der CannaSelection Organic Line umzusetzen und meine Erfahrungen mit größeren Töpfen weiter zu dokumentieren.
Philipp aka @_baumbart
Warum ich bei Living Soil geblieben bin, ist schnell erklärt: Das System bedeutet für mich weniger Arbeit, weniger Stress und deutlich mehr Freude am Grow.
Bilddokumentation
Die Genetiken im Grow
Die Aufnahmen zeigen unterschiedliche Zeitpunkte und Perspektiven aus Philipps Durchgängen. Sie sind deshalb nach Genetik statt chronologisch geordnet.
Afghani #1
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Maui Waui
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White Truffle
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Super Silver Haze
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CannaSelection Redaktion
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