Bodenanalyse, Wasseranalyse und Nährlösungsanalyse: Warum dein Grow mehr als pH und EC braucht
Blasse Blätter, Flecken, verlangsamte Entwicklung oder eine Pflanze, die trotz scheinbar passender Versorgung nicht richtig vorankommt: In solchen Situationen beginnt häufig das große Raten.
Fehlt Calcium? Ist zu wenig Magnesium vorhanden? Muss etwas nachgelegt werden? Stimmt der pH-Wert nicht? Oder liegt das Problem vielleicht im Gießwasser?
Die ehrliche Antwort lautet: Ein sichtbares Mangelbild ist noch keine Diagnose.
Die Pflanze zeigt lediglich, dass innerhalb ihres Systems etwas nicht optimal funktioniert. Sie zeigt jedoch nicht automatisch, an welcher Stelle die Ursache liegt. Denn die Versorgung der Wurzelzone wird nicht nur durch einen einzelnen Input bestimmt. Sie entsteht aus dem Zusammenspiel von:
- Living Soil oder Substrat
- Gießwasser
- vorhandenen Nährstoffen
- biologischer und chemischer Verfügbarkeit
- Wurzelraum und Feuchtigkeitsmanagement
- gegebenenfalls einer fertig angesetzten Nährstofflösung
Genau deshalb reicht es häufig nicht, nur auf ein Blattbild, den pH-Wert oder einen EC-Messwert zu schauen.
Ein Laborwert ersetzt keine gute Beobachtung. Er macht die Ursachenanalyse jedoch wesentlich belastbarer. Statt sofort zu reagieren, kannst du überprüfen, welche Annahmen durch Messwerte gestützt werden – und welche nicht.
Boden, Wasser und Nährlösung bilden ein gemeinsames System
Im Anbau werden Boden, Wasser und Nährstoffversorgung häufig getrennt voneinander betrachtet. In der Praxis beeinflussen sie sich jedoch permanent gegenseitig.
Das Substrat speichert, puffert und verändert die Bedingungen in der Wurzelzone. Das Gießwasser bringt bei jeder Bewässerung neue Mineralstoffe und Salze in das System. Eine Nährstofflösung ergänzt wiederum nicht nur Nährstoffe, sondern verändert auch den Leitwert, das Verhältnis einzelner Elemente und teilweise den pH-Wert.
Ein pH-Wert beeinflusst dabei, wie sich Nährstoffe in einem System verhalten und wie gut sie pflanzenverfügbar bleiben können. Der EC-Wert zeigt hingegen die elektrische Leitfähigkeit und damit die Summe gelöster, leitfähiger Bestandteile – aber nicht, welche einzelnen Stoffe diesen Wert verursachen. In erdlosen Systemen fehlt zudem ein Teil der natürlichen Pufferwirkung, die ein Boden oder ein organisches Substrat bieten kann.
Das bedeutet:
Ein passender EC-Wert beweist keine ausgewogene Nährstofflösung. Ein passender pH-Wert beweist keine ausreichende Verfügbarkeit. Und ein sichtbarer Mangel beweist nicht, dass im Substrat tatsächlich zu wenig des vermuteten Nährstoffs vorhanden ist.
Warum Mangelerscheinungen allein keine zuverlässige Diagnose liefern
Ähnliche Symptome können durch unterschiedliche Ursachen entstehen.
Ein vermeintlicher Nährstoffmangel kann beispielsweise tatsächlich auf eine geringe Versorgung zurückzuführen sein. Er kann aber auch entstehen, wenn:
- der betreffende Nährstoff zwar vorhanden, aber unter den gegebenen Bedingungen schlecht verfügbar ist
- der pH-Bereich ungünstig ist
- der Salzgehalt erhöht ist
- andere Nährstoffe in einem ungünstigen Verhältnis vorliegen
- das Gießwasser regelmäßig unerwünschte Stoffe einträgt
- der Wurzelraum zu nass, zu trocken oder strukturell beeinträchtigt ist
- eine fertig angesetzte Nährstofflösung von der geplanten Rezeptur abweicht
- Umwelt- oder Wurzelprobleme die Aufnahme begrenzen
Wer ausschließlich nach dem sichtbaren Symptom handelt, riskiert deshalb, am eigentlichen Problem vorbeizuarbeiten.
Besonders kritisch ist das reflexartige Nachlegen weiterer Inputs. Liegt keine tatsächliche Unterversorgung vor, kann dadurch ein bereits bestehendes Ungleichgewicht verstärkt werden.
Eine Analyse beantwortet zwar nicht automatisch jede biologische Frage. Sie kann aber klären, ob die untersuchten Werte zu deiner bisherigen Vermutung passen. Auch ein unauffälliges Ergebnis ist deshalb wertvoll: Es lenkt die weitere Fehlersuche weg von den untersuchten Nährstoffwerten und hin zu anderen möglichen Ursachen.
1. Bodenanalyse: Was liefert dein Living Soil tatsächlich?
Living Soil ist kein statischer Sack Erde. Es ist ein System, das sich mit jeder Bewässerung, jedem Nachlegen, jedem Durchgang und jeder biologischen Aktivität verändert.
Gerade bei wiederverwendeten Substraten ist deshalb entscheidend, nicht nur zu wissen, was ursprünglich eingemischt wurde. Wichtig ist der aktuelle Zustand.
Eine Nährstoffanalyse der Erde beziehungsweise eine chemische Untersuchung des Living Soil kann unter anderem helfen, folgende Fragen einzugrenzen:
- Sind die untersuchten Nährstoffe niedrig, ausreichend oder auffällig hoch?
- Ist der Salzgehalt erhöht?
- Liegt der pH-Wert in einem plausiblen Bereich?
- Ist weiteres Nachlegen überhaupt sinnvoll?
- Welche Bereiche sollten bei einem Re-Amendment berücksichtigt werden?
- Kann das Substrat weiterverwendet werden?
- Ist die vermutete Ursache möglicherweise eher im Wasser zu suchen?
Welche Werte werden beim Living Soil Check untersucht?
Der Living Soil Check von CannaSelection basiert auf einer erweiterten chemischen Substratuntersuchung. Analysiert werden:
| Analysewert | Warum er relevant ist |
|---|---|
| Volumengewicht | Hilft bei der fachlichen Einordnung des Substrats und der Konzentrationsangaben |
| pH-Wert | Beschreibt das chemische Milieu, in dem Nährstoffe reagieren und verfügbar werden |
| Salzgehalt | Zeigt die Belastung durch gelöste Salze |
| löslicher Stickstoff | Erfasst den im verwendeten Verfahren löslichen Stickstoff |
| P₂O₅ | Gibt Auskunft über den methodisch erfassten Phosphatstatus |
| K₂O | Gibt Auskunft über den methodisch erfassten Kaliumstatus |
| Calcium | Wichtig für die Beurteilung des Calciumstatus und des mineralischen Gesamtbildes |
| Magnesium | Wichtig für die Beurteilung des Magnesiumstatus und des Verhältnisses zu anderen Kationen |
Dieser Umfang entspricht einer erweiterten gartenbaulichen Grunduntersuchung für Substrate.
Wann ist eine Erdprobe besonders sinnvoll?
Eine Bodenanalyse ist nicht nur vor einem geplanten Re-Amendment relevant. Sie ist insbesondere sinnvoll, wenn:
- sichtbare Mangelerscheinungen auftreten
- Pflanzen trotz bisheriger Versorgung stagnieren
- Symptome nach dem Nachlegen bestehen bleiben
- das Substrat mehrfach verwendet wurde
- verschiedene Rohstoffe und Inputs kombiniert wurden
- du eine Überversorgung ausschließen möchtest
- die Leistung des Living Soil von Durchgang zu Durchgang schwankt
- du vor der nächsten Nutzung belastbare Werte benötigst
Was die chemische Bodenanalyse nicht misst
Eine chemische Substratuntersuchung ist keine vollständige Mikrobiom-Analyse.
Sie zeigt nicht automatisch:
- wie hoch die mikrobielle Biomasse ist
- welche Mikroorganismen vorhanden sind
- wie das Verhältnis von Pilzen und Bakterien aussieht
- wie schnell organisch gebundene Nährstoffe in Zukunft freigesetzt werden
- wie aktiv das Bodenleben unter den aktuellen Kulturbedingungen arbeitet
Das ist keine Schwäche der Analyse, sondern eine wichtige fachliche Abgrenzung.
Die chemische Untersuchung beantwortet die Frage: Welche der untersuchten Werte sind in der eingesendeten Probe messbar und wie lassen sie sich im Zusammenhang mit dem System einordnen?
Sie liefert damit einen wichtigen Teil der Diagnose – aber nicht das vollständige biologische Gesamtbild.
CannaSelection Analyseweg:
Living Soil oder organisches Substrat untersuchen lassen, Laborwerte erhalten und gemeinsam mit deinen Angaben fachlich einordnen.
2. Gießwasseranalyse: Dein Wasser gießt immer mit
Gießwasser wird häufig nur nach zwei Werten beurteilt: pH und EC.
Beide Werte sind wichtig. Für eine vollständige Bewertung reichen sie jedoch nicht aus.
Der EC-Wert zeigt, wie stark das Wasser elektrisch leitet. Er sagt nicht, ob diese Leitfähigkeit überwiegend durch Calcium, Magnesium, Natrium, Chlorid, Sulfat oder andere gelöste Stoffe entsteht.
Zwei Wasserquellen können deshalb einen ähnlichen EC-Wert besitzen und für ein Anbausystem trotzdem vollkommen unterschiedliche Voraussetzungen schaffen.
Auch der pH-Wert allein beschreibt nicht, wie stark ein Wasser gegen eine pH-Veränderung gepuffert ist. Für diese Einordnung sind unter anderem Carbonathärte beziehungsweise Hydrogencarbonat relevant. Bei der Interpretation von Bewässerungswasser müssen außerdem Stoffe wie Natrium und Chlorid berücksichtigt werden, da sie sich bei wiederholter Anwendung im System anreichern können.
Welche Werte werden bei der Gießwasseranalyse untersucht?
Die chemische Gießwasseranalyse von CannaSelection umfasst 13 definierte Werte:
- pH-Wert
- Gesamthärte
- Carbonathärte
- elektrische Leitfähigkeit
- Chlorid
- Sulfat
- Nitrat-Stickstoff
- Ammonium-Stickstoff
- Eisen
- Natrium
- Kalium
- Calcium
- Magnesium
Der festgelegte Umfang entspricht einer gartenbaulichen Gießwasseranalyse.
Diese Werte ermöglichen eine deutlich umfassendere Einordnung als eine reine pH- oder EC-Messung.
So kann beispielsweise geprüft werden:
- wie viel Calcium und Magnesium das Wasser bereits mitbringt
- ob das Verhältnis beider Elemente berücksichtigt werden sollte
- ob Natrium oder Chlorid auffällig sind
- wie stark das Wasser mineralisiert ist
- ob eine Wasseraufbereitung oder Mischung sinnvoll sein könnte
- ob zusätzliche Calcium- oder Magnesiumprodukte überhaupt benötigt werden
- ob das Wasser bei wiederkehrenden Auffälligkeiten eine Rolle spielen kann
CalMag Rechner und Wasserstandortsuche: Der erste digitale Check
Nicht jede Wasserfrage benötigt sofort eine neue Laboranalyse.
Wenn dir aktuelle und vollständige Wasserwerte vorliegen, kannst du zunächst den CannaSelection CalMag Rechner & Wasserwerte nutzen.
Das Tool bietet zwei Wege:
1. Wasserstandort über PLZ oder Ort suchen
Über die Standortsuche kannst du prüfen, ob für deinen Ort bereits ein Wasserprofil vorhanden ist. Der Treffer führt auf eine passende Standortseite mit hinterlegten Wasserwerten, einer Systemeinordnung, einer Bewertung und Hinweisen zur Datengrundlage.
Das ist besonders hilfreich für eine erste Orientierung.
Wichtig bleibt jedoch: Versorgerdaten können sich auf ein größeres Versorgungsgebiet beziehen. Außerdem können Hausinstallation, Filter, Enthärtungsanlagen, Osmoseanlagen, Mischungen oder Vorratstanks dazu führen, dass dein tatsächlich verwendetes Wasser von den veröffentlichten Angaben abweicht.
2. Eigene Wasserwerte eingeben
Alternativ kannst du eigene Werte aus einem Laborbericht oder der Analyse deines Wasserversorgers verwenden.
Für die grundlegende Auswertung sind im Rechner insbesondere vorgesehen:
- Calcium
- Magnesium
- Hydrogencarbonat
- Natrium
Ergänzend können unter anderem eingegeben werden:
- pH-Wert
- Wasserhärte
- elektrische Leitfähigkeit
Außerdem lassen sich Medium, Setup, Phase und gewünschtes Calcium-Magnesium-Verhältnis berücksichtigen. Auf dieser Grundlage erstellt das Tool eine systembezogene Bewertung mit möglichen Korrekturschritten.
Wann reicht die Standortsuch und wann ist eine Laboranalyse besser?
Die Standortsuche ist ein sinnvoller Einstieg, wenn:
- du Leitungswasser verwendest
- aktuelle Versorgerdaten vorhanden sind
- das Wasser nicht weiter aufbereitet wird
- du zunächst eine grundlegende Orientierung benötigst
Eine individuelle Gießwasseranalyse ist die bessere Wahl, wenn:
- du Brunnenwasser verwendest
- Regenwasser oder Tankwasser eingesetzt wird
- eine Enthärtungs- oder Filteranlage vorgeschaltet ist
- du Osmosewasser oder Mischwasser verwendest
- sich die Wasserquelle saisonal verändert
- du wissen möchtest, was tatsächlich an deiner Entnahmestelle ankommt
- wiederkehrende Mangelbilder oder Ablagerungen auftreten
- die veröffentlichten Wasserwerte unvollständig oder veraltet sind
Der Rechner und die Laboranalyse sind damit keine konkurrierenden Angebote.
Der Rechner hilft dir, vorhandene Daten schneller zu bewerten und verschiedene Strategien durchzuspielen. Die Laboranalyse schafft die Datengrundlage, wenn deine tatsächliche Wasserprobe entscheidend ist.
CannaSelection Analyseweg:
Erst Wasserprofil oder eigene Werte im CalMag Rechner prüfen. Bei unbekannter, aufbereiteter oder problematischer Wasserquelle die tatsächlich verwendete Probe analysieren lassen.
3. Nährlösungsanalyse: Nicht das Schema zählt, sondern was im Tank ist
Ein Düngeschema beschreibt, welche Produkte in welcher Menge eingesetzt werden sollen.
Es beweist jedoch nicht, dass die fertig angesetzte Nährstofflösung exakt dieser theoretischen Zusammensetzung entspricht.
Das tatsächliche Ergebnis kann beeinflusst werden durch:
- die Zusammensetzung des Ausgangswassers
- Dosierabweichungen
- die Kombination mehrerer Hersteller
- zusätzliche Calcium- und Magnesiumprodukte
- Spurenelemente und weitere Zusätze
- die Reihenfolge der Zugabe
- pH-Korrekturen
- Ausfällungen
- Ablagerungen
- unvollständige Vermischung
- Alter und Temperatur der Lösung
Gerade in Hydro-, Coco- und anderen erdlosen Systemen ist die Nährstofflösung unmittelbar für die Versorgung der Wurzelzone verantwortlich. Während ein Boden einen Teil der Schwankungen puffern kann, müssen pH, EC und Zusammensetzung in erdlosen Systemen wesentlich direkter kontrolliert werden. Fachinformationen zur Hydroponik weisen zudem darauf hin, dass sich Nährstoffverhältnisse innerhalb eines Reservoirs mit der Zeit verschieben können, obwohl der EC-Wert weiterhin plausibel erscheint.
Warum pH und EC allein keine Nährstoffanalyse ersetzen
Der EC-Wert ist ein Summenwert.
Er zeigt nicht:
- wie viel Stickstoff tatsächlich vorhanden ist
- ob Stickstoff überwiegend als Nitrat oder Ammonium vorliegt
- ob Calcium und Magnesium passend berücksichtigt wurden
- ob Natrium oder Chlorid zum EC beitragen
- ob Spurenelemente fehlen oder auffällig sind
- ob Phosphat in der erwarteten Größenordnung vorhanden ist
Eine Nährstofflösung kann deshalb einen passenden EC-Wert zeigen und trotzdem von der geplanten Rezeptur abweichen.
Welche Werte werden beim Nährlösungs-Check untersucht?
Der Nährlösungs-Check umfasst die 13 Parameter der Gießwasseranalyse und ergänzt sie um fünf weitere Nährstoffwerte.
Insgesamt werden 18 Werte analysiert:
- pH-Wert
- Gesamthärte
- Carbonathärte
- elektrische Leitfähigkeit
- Chlorid
- Sulfat
- Nitrat-Stickstoff
- Ammonium-Stickstoff
- Eisen
- Natrium
- Kalium
- Calcium
- Magnesium
- Kupfer
- Zink
- Mangan
- Bor
- Phosphat, angegeben als P₂O₅
Der Untersuchungsumfang entspricht einer erweiterten gartenbaulichen Wasser- und Nährlösungsanalyse.
Welche Probe wird untersucht?
Untersucht wird nicht das unverdünnte Produkt und auch keine einzelne Stammlösung.
Die Probe soll genau der fertig angesetzten und gebrauchsfertigen Nährstofflösung entsprechen, die tatsächlich eingesetzt wird.
Dazu gehören:
- das reguläre Ausgangswasser
- alle Basisprodukte
- alle regelmäßig verwendeten Zusätze
- die übliche Dosierung
- die übliche Reihenfolge
- die reguläre pH-Anpassung
Nur so bildet das Analyseergebnis die Lösung ab, die tatsächlich im System ankommt.
CannaSelection Analyseweg:
Fertig angesetzte Nährstofflösung einsenden, Zusammensetzung prüfen lassen und Rezeptur anhand der real gemessenen Werte bewerten.
Welche Analyseverfahren werden eingesetzt?
CannaSelection nutzt für die drei Bereiche unterschiedliche, klar definierte Untersuchungsprofile.
Erweiterte chemische Substratuntersuchung
Beim Living Soil Check werden chemische und physikalische Eigenschaften der eingesendeten Substratprobe untersucht. Dazu gehören pH-Wert, Salzgehalt, löslicher Stickstoff, Phosphat, Kalium, Calcium, Magnesium und Volumengewicht.
Chemische Gießwasseranalyse
Bei der Gießwasseranalyse wird die tatsächlich eingesendete Wasserprobe auf Härte, Leitfähigkeit, relevante Anionen sowie ausgewählte Haupt- und Spurenelemente untersucht.
Erweiterte Nährlösungsanalyse
Bei der Nährlösungsanalyse wird der Umfang der Gießwasseranalyse um weitere Spurenelemente und Phosphat ergänzt. Dadurch lässt sich die fertig angesetzte Lösung differenzierter bewerten.
Die Untersuchungen erfolgen durch ein auf gartenbauliche Analytik spezialisiertes Partnerlabor nach etablierten Labor- und VDLUFA-Verfahren. Der Laborbericht enthält die gemessenen Werte. Die anschließende Einordnung, Systembewertung und Ableitung der Handlungsempfehlungen übernimmt CannaSelection.
Laborbericht und Interpretation sind nicht dasselbe
Ein Labor misst eine Probe.
Es kennt aber nicht automatisch:
- dein gesamtes Setup
- die bisherige Nutzung des Substrats
- deine Wasserquelle und Wasseraufbereitung
- alle verwendeten Produkte
- die Reihenfolge und Häufigkeit der Anwendungen
- die Entwicklung der sichtbaren Symptome
- deine Ziele für die weitere Nutzung
Genau deshalb reicht es häufig nicht, einen Laborbericht nur weiterzuleiten.
Bei CannaSelection werden die Messwerte gemeinsam mit den Angaben aus dem Probenbegleitschein betrachtet. Je nach Analyse gehören dazu beispielsweise:
- Substratart und Substratalter
- bisherige Nutzungszyklen
- Topf- oder Beetvolumen
- verwendete Inputs
- Zeitpunkt der letzten Anwendung
- Wasserquelle
- Filter- oder Osmosesystem
- selbst gemessener pH- und EC-Wert
- Zusammensetzung der Nährstofflösung
- vorhandene Symptome
- konkrete Fragestellung
Auf dieser Grundlage entsteht eine priorisierte Handlungsempfehlung.
Eine sinnvolle Empfehlung bedeutet dabei nicht automatisch, mehr zuzugeben. Das Ergebnis kann ebenso lauten:
- zunächst nichts nachlegen
- einzelne Inputs reduzieren
- das Wasser genauer prüfen
- die Nährstofflösung anpassen
- die Wasserquelle mischen oder aufbereiten
- die weitere Fehlersuche auf Wurzelraum, Feuchtigkeit oder Umweltbedingungen verlagern
Welcher Weg passt zu deiner Situation?
| Deine Ausgangslage | Sinnvoller erster Schritt |
|---|---|
| Du möchtest dein Leitungswasser grob einordnen | Wasserstandortsuche im CalMag Rechner |
| Du hast aktuelle Versorger- oder Laborwerte | Eigene Werte im CalMag Rechner eingeben |
| Du nutzt Filter-, Osmose-, Brunnen-, Regen- oder Mischwasser | Individuelle Gießwasseranalyse |
| Du vermutest ein Problem im Living Soil | Living Soil Check |
| Du planst ein Re-Amendment oder eine Wiederverwendung | Living Soil Check |
| pH und EC stimmen, die fertige Mischung bleibt aber unklar | Nährlösungs-Check |
| Du verwendest Hydro, Coco oder eine selbst gemischte Nährlösung | Nährlösungs-Check |
| Mangelerscheinungen treten trotz passender Versorgung wiederholt auf | Substrat und Gießwasser gemeinsam betrachten |
| Verschiedene Tanks liefern unterschiedliche Ergebnisse | Nährlösungen getrennt analysieren |
Diese Einordnung ist kein starres Diagnoseprotokoll. Sie hilft jedoch, die Untersuchung an der Stelle zu beginnen, an der die größte Unsicherheit besteht.
Die Probenahme entscheidet über die Aussagekraft
Die beste Labormethode kann keine ungeeignete Probe korrigieren.
Bei Living Soil und Substrat
Eine einzelne Handvoll aus einer zufälligen Stelle bildet einen Topf oder ein Beet häufig nicht ausreichend ab.
Sinnvoll ist eine Mischprobe aus mehreren vergleichbaren Bereichen der durchwurzelten Zone. Unterschiedlich aufgebaute, unterschiedlich behandelte oder unterschiedlich bewässerte Gefäße sollten nicht miteinander vermischt werden.
Beim Gießwasser
Die Probe sollte an genau der Stelle entnommen werden, an der das Wasser tatsächlich verwendet wird.
Wer eine Osmoseanlage, einen Filter oder eine Enthärtungsanlage nutzt, sollte hinter diesem System beproben. Bei Tankwasser sollte die Probe aus dem regulär genutzten Entnahmebereich stammen.
Bei der Nährstofflösung
Die Probe muss vollständig angesetzt, gründlich gemischt und gebrauchsfertig sein.
Konzentrate, einzelne Komponenten und Stammlösungen bilden nicht das ab, was später an der Wurzel ankommt.
Die CannaSelection Produktseiten enthalten für jede Analyse eine konkrete Anleitung zur Probenahme und Einsendung. Ein spezielles Testkit wird derzeit nicht benötigt.
So läuft eine Analyse bei CannaSelection ab
1. Passende Analyse auswählen
Du entscheidest, ob Living Soil, Gießwasser oder eine fertig angesetzte Nährstofflösung untersucht werden soll. Eine übersicht über unsere Analysen findest du >hier<
2. Probe nach Anleitung entnehmen
Nach der Bestellung erhältst du die Probenahme-Anleitung, den Probenbegleitschein, deine Bestellnummer und die Versandadresse.
3. Untersuchung im Partnerlabor
Die Probe wird kontrolliert, zugeordnet und an das spezialisierte Partnerlabor weitergegeben.
4. Auswertung durch CannaSelection
Nach der Laboranalyse werden die Werte zusammen mit deinen Angaben zum Setup, zur bisherigen Versorgung und zur konkreten Fragestellung bewertet.
5. Bericht und Handlungsempfehlungen
Du erhältst den Laborbericht, die fachliche Einordnung und konkrete nächste Schritte digital zurück. Rückfragen zur gelieferten Auswertung sind möglich.
Die Bearbeitungszeit beträgt bei den angebotenen Analysen in der Regel etwa zwei bis drei Wochen ab Eingang einer vollständig gekennzeichneten und auswertbaren Probe bei CannaSelection.
Fazit: Erst Daten schaffen, dann entscheiden
Ein stabiler Grow entsteht nicht durch möglichst viele Korrekturen. Er entsteht durch bessere Entscheidungen.
Dafür müssen nicht immer sofort alle Ebenen analysiert werden. Häufig ist ein gestufter Weg sinnvoll:
- Vorhandene Wasserwerte über die CannaSelection Wasserstandortsuche prüfen.
- Eigene Werte im CalMag Rechner auswerten.
- Bei unklarer oder aufbereiteter Wasserquelle eine individuelle Wasserprobe analysieren.
- Bei Problemen im Substrat eine repräsentative Erdprobe untersuchen.
- Bei selbst gemischten Nährstofflösungen die fertige Mischung statt nur pH und EC bewerten.
Der entscheidende Schritt ist, Vermutungen von Messwerten zu trennen.
Eine Laboranalyse liefert keine magische Antwort auf jede Pflanzenfrage. Sie liefert jedoch etwas, das in einer fundierten Diagnose unverzichtbar ist: eine überprüfbare Datengrundlage.
Und aus dieser Datengrundlage können die Experten von CannaSelection gemeinsam mit deinem Setup konkrete, nachvollziehbare und priorisierte Handlungsempfehlungen ableiten.
Wasserwerte bereits vorhanden?
Nutze den CannaSelection CalMag Rechner mit Standortsuche oder eigenen Analysewerten.Du brauchst Werte deiner tatsächlichen Probe?
Entdecke den Living Soil Check, die Gießwasseranalyse und den Nährlösungs-Check im CannaSelection Shop.
FAQ: Boden-, Wasser- und Nährlösungsanalysen
Reichen die Wasserwerte meines Versorgers aus?
Für eine erste Orientierung häufig ja. Sie müssen jedoch aktuell sein und zu deinem tatsächlichen Versorgungsgebiet passen. Filter, Enthärtungsanlagen, Hausinstallationen, Osmoseanlagen, Mischungen und Vorratstanks können das verwendete Wasser verändern. In diesen Fällen ist eine Analyse der tatsächlichen Probe aussagekräftiger.
Reichen pH und EC zur Bewertung des Gießwassers?
Nein. Der pH-Wert beschreibt die aktuelle Säure- beziehungsweise Basenreaktion. Der EC-Wert beschreibt die Gesamtleitfähigkeit. Beide zeigen nicht vollständig, welche einzelnen Mineralstoffe und Salze enthalten sind.
Zeigt die Bodenanalyse das komplette Bodenleben?
Nein. Der Living Soil Check ist eine chemische und physikalische Substratuntersuchung. Eine vollständige mikrobiologische Analyse des Bodenlebens ist nicht enthalten.
Kann eine Laboranalyse die Ursache eines Mangelbildes beweisen?
Nicht immer. Sie kann jedoch zeigen, ob die untersuchten Werte zu der vermuteten Ursache passen. Dadurch lassen sich mögliche Ursachen bestätigen, unwahrscheinlicher machen oder gezielter weiterverfolgen.
Sollte ich Living Soil und Gießwasser gemeinsam untersuchen?
Bei wiederkehrenden Problemen kann das sehr sinnvoll sein. Das Substrat zeigt den aktuellen Zustand der Wurzelzone, während das Gießwasser zeigt, welche Stoffe bei jeder Bewässerung erneut in das System gelangen.
Was wird beim Nährlösungs-Check eingesendet?
Die vollständig angesetzte und gebrauchsfertige Nährstofflösung – inklusive regulärem Ausgangswasser, Basisprodukten, Zusätzen und üblicher pH-Anpassung. Konzentrate oder einzelne Komponenten sind nicht geeignet.
Wie lange dauert die Auswertung?
In der Regel etwa zwei bis drei Wochen ab Eingang einer vollständig gekennzeichneten und auswertbaren Probe bei CannaSelection.




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